Skandinavien 1989.01 – Expedition ins Sperrgebiet
Eigentlich begann dieser Tag ganz harmlos, denn wir wollten die seltenen Moschurinder besuchen die im nahe gelegenen Snoheta im Dovre Fjell Nationalpark zu sehen waren.
Da man diesen Park nur ereichen konnten wenn man durch ein Militärisches Sperrgebiet der NATO fuhr, mussten wir uns zu Beginn des Weges bei Hierkinn einschreiben und eine Gebühr entrichten.
Wir fuhren durch einen schmalen Weg durch das Sperrgebiet, doch unterwegs kamen zwei Soldaten auf uns zu. Der eine war schwer verletzt und blutete stark. Sie fragten uns, ob wir sie zum Hauptquartier bringen können. Ohne zu zögern halfen wir denn beiden Soldaten. Unterwegs fragten wir sie, ob diese Moschurinder in der Nähe zu sehen seien. Sie bejahten dies.
Nach einer guten halben Stunde waren wir im Hauptquartier Hierkinn angelangt. Wir verabschiedeten uns von den beiden Soldaten. Nun fuhren wir wieder Richtung Snoheta und bald erreichten wir die Anfangsstation Reinheim. Da es aber kalt war und viele Touristen hier oben sich befanden, entschieden wir uns irgendwo anders hinzugehen.
Also kehrten wir um und fuhren in ein Seitental des Sperrgebiets. Zu unserer Überraschung waren auch hier einige Touristen unterwegs. Schon bald sahen wir einen Militärjeep neben der Straße liegen. Er war zerbeult und wir nahmen an, dass es das Fahrzeug der beiden Soldaten war.
Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien, ein paar kleine Wolken schwebten über den Himmel und das Tal war nicht zu verachten. Ein kleines Bächen begleitete den Weg und manchmal fuhr wir über kleine Holzbrücken. Doch urplötzlich wurde der Weg schmaler und steiler. Wir gaben nicht auf und als wir die höchste Stelle erreicht hätten wurde es mit dem Weg wieder besser. Bald hatten wir den Berg umfahren.
Es war 15 Uhr und wir fuhren schon seit 3 Stunden auf dieser Straße. Und schon waren die ersten Häuser von Hierkinn in Sicht, doch auch ein Sperrbaum mit einem Margelschloss war zu sehen. Es war verschlossen! Wie sollten wir nun weiterkommen? Ich versuchte zu Fuß Hilfe zu holen doch es war zu weit. Es blieb uns also nichts anderes möglich als denn ganzen Weg umzukehren. Unterwegs trafen wir auf ein paar Touristen und wir warnten sie. Alle kehrten um nur einer wusste es anscheinet besser. Er sagte, er habe mit dem Kommandanten geredet. Er fuhr weiter.
Auch der längste Weg geht einmal zu Ende. Es war nun 18 Uhr und wir mussten noch etwas einkaufen, darum fuhren wir noch schnell nach Oppdal. Als wir in der nähe des Berges waren, schaute ich mit dem Feldstecher die Stelle mit dem Sperrbaum an. Da sah ich diesen unbelehrbaren Touristen da oben stehen und die Hände herumschlagen.

