Skandinavien 2003.01 – Troms und Helgeland
Übersicht
Projekt
Projektleitung: Daniel Schück
Bemerkung
Dieser Reisebericht wurde so aufbearbeitet das man diesen als Hilfe für eigene Reiseplanungen nehmen kann. Kosten und Planungsfehler während der Reise wurden offen gelegt und kommentiert.
Was nahmen wir mit?
- Betttzeug
- Kaffeemaschine
- Kompakt Pfannen
- Geschirr
- Notvorrat
- Kartenmatrial
- Fährfahrpläne
- Hüttenführer
- … und das übliche….
Gesamtbeurteilung
Die 9. Skandinavienreise war ein erfolgreiches Unternehmen.
Das Wetter war in der Anfangsperiode nicht zufriedenstellend jedoch verbesserte dies deutlich. Aufgrund der Flexiblen laufenden Reiseplanung konnten wir uns nach dem Wetter richten und dort hinfahren wo es schön war. Im Vergleich zu anderen Reisen war die Wettersituation insgesamt positiv. Vergleich anderer Reisen:
- Skandinavien 7 (1991) „Nordkinn“: 20 % Schlecht Wetter
- Skandinavien 8 (2002) „Oslo/Bergen“: 80% Schlecht Wetter
- Skandinavien 9 (2003) „Ballangen/Troms“: 40% Schlecht Wetter
- Eifel/Friesland (2002): 70% Schlecht Wetter
- Belgien/Holland (2003): 70% Schlecht Wetter
- Rüeggen/Kühlungsborn (2001): 40% Schlecht Wetter
- Schottland (1996): 40% Schlecht Wetter
- Wales (1997): 80% Schlecht Wetter
- Adria (1982): 70% Schlecht Wetter
- Aosta (2001): 20% Schlecht Wetter
Obwohl wir schon neunmal in Skandinavien waren konnten wir folgende Neulande besuchen:
- Norwegen: Tromsinseln & Tromsökomune (200km neu entdecktes Gebiet)
- Norwegen: Helgelandküste & Tosbotn (200km neu entdecktes Gebiet)
- Norwegen: Lodingen, Ballangen
- Dänemark: Gedser & Nyköping
- Deutschland: Wittstock
Kosten
Die Ausgaben der Reise hielten sich unter dem prognostiziert Betrag. Die Gesamtkosten betrugen alles insgesamt 4891.—CHF für 2 Personen für 22 Tage. Das gibt einen Schnitt von 111.– CHF pro Tag (Incl. Übernachtung, Verpfegung, Benzin, etc.) und Person. Aus Kostengründen zu meiden sind die Fähre „Kiel-Oslo“ und das Scandic Hotel Kobenhavn-Sydhavn. Hier hätte man 500.—CHF einsparen können. Im Schnitt haben die Übernachtungsorte 120.—CHF (ohne Scandic waren es 101.–) für zwei Personen gekostet.
Vergleich zu reinen Hotelreisen: (2 Personen)
- Aosta (2001): In 2 Tage 500.—CHF = 125.—CHF pro Tag und Person.
- Rüeggen (2001): 7 Tage 2800.—CHF = 200.—CHF pro Tag und Person
- Eifel/Friesland (2002): 15 Tage 2500.—CHF = 83.—CHF pro Tag und Person
Vergleich zu Wohnmobilreisen: (3 Personen)
- Schottland (1996): 35 Tage 4’500.— CHF = 42.—CHF pro Tag und Person [GBP-Kurs 1.90, damals]
- Schottland (1996): 35 Tage 5’600.— CHF = 53.—CHF pro Tag und Person [GBP-Kurs 2.40, heute]
Kostenaufstellung Skanndinavien 9 (2003) in CHF für 2. Personen in 3 Wochen:
| Position | Total | Bemerkung |
| Übernachtung | 2’135.17 | Davon 339.– für Scandic Hotel |
| Maut | 54.42 | |
| Benzin | 960.08 | In Norwegen kostet der Liter 1.94 CHF für 95 Oktan Bleifreies Benzin |
| Lebensmittel (incl. Restbestand für zu Hause) | 537.18 | |
| Fähre | 370.40 | Die Fähre Kiel-Oslo kostete CHF 317.– (ohne Malzeiten!) |
| Verpflegung (Abendessen/Frühstück etc. in Restaurants) | 596.53 | Die Mahlzeiten auf der Fähre Kiel-Oslo kosteten CHF 162.– |
| Sonstiges (Gegenstände, Küchenmatrialien, etc.) | 237.37 | |
| Total Ausgaben | 4’891.15 |
Übernachtungen
| Ort | Land | Art | Name | Preisbestimmung | Kosten für zwei Personen pro Tag | Kurs | |
| LW | CHF | ||||||
| Kiel | D | Hotel | An der Hörn *** | Pro Zimmer | 86.50 | 134.08 | 1.55 |
| Kiel-Oslo | D | Fähre | ColorLine **** | Pro Kabine | 168.00 | 260.40 | 1.55 |
| Dombas | N | Hütte mit WC | Trolltun ****** | Pro Hütte | 679.00 | 129.01 | 0.19 |
| Folling | N | Hütte ohne WC | Camping Folling *** | Pro Hütte | 300.00 | 57.00 | 0.19 |
| Korgen | N | Hütte ohne WC | Camping Korgen ** | Pro Hütte | 250.00 | 47.50 | 0.19 |
| Ballangen | N | Hütte mit WC | Camping Ballangen ****** | Pro Hütte | 500.00 | 95.00 | 0.19 |
| Skittenelv | N | Hütte mit WC | Camping Skittenelv ****** | Pro Hütte | 500.00 | 95.00 | 0.19 |
| Ulsvag | N | Hütte mit WC | Ulsvag Giestgievi & Camping ** | Pro Hütte | 650.00 | 123.50 | 0.19 |
| Tosbotn | N | Hütte mit WC | Möbler ? (o. Quit.) ****** | Pro Hütte | 500.00 | 95.00 | 0.19 |
| Oppdal | N | Hütte mit WC | Vekve Hyttetun ***** | Pro Hütte | 400.00 | 76.00 | 0.19 |
| Svinnesund | N | Hotel | Norges Porten ***** | Pro Zimmer | 690.00 | 131.10 | 0.19 |
| Kobenhavn | DK | Hotel | Scandic Sydhavn ***** | Pro Zimmer | 1’545.00 | 339.90 | 0.22 |
| Heiligengrabe | D | Hotel | Motel Heiligengraber Kreuz ****** | Pro Zimmer | 51.00 | 79.05 | 1.55 |
Reiseroute
Tag 1: Samstag 30.08.2003 von Wil via Ulm-Würzburg-Kassel-Hamburg nach Kiel
Fahrdistance/dauer: 970km / 11 Std mit Pausen
Als wir um 06:50 in Wil abfuhren war der Himmel schon Stark Bewölkt. Nach dem wir für Österreich die 2 Monats Vignette für die ca. 20 km lange österreichische Strecke in Hard einem Vorort von Bregenz gelöst haben fuhren wir unter dem Pfänder ins deutsche Lindau. Kaum an Wangen am Allgäu vorbei fing der Starkregen an, der uns an diesem Reisetag 1 ½ Stunden Mehrfahrtdauer einbringen wird. Nur an der Ellwangener Passhöhe (Schwäbische Alp, zwischen Ulm und Feuchtwangen) gab es kurze Wetterberuhigung. Nördlich von Kassel klarte das Wetter auf. Die Sonne drang durch. Kurze Regentropfen gab es noch bei Soltau in der Lüneburger Heide und bei Neumünster im Holstein. Wir erreichten um 18:30 unser erstes Tagesziel den Fährhafen von Kiel, der uns am anderen Tag mit dem ColorLine Fährschiff <> in die norwegische Hauptstadt Oslo bringen wird. Nach ca. 15 Minütiger Hotelsuche, bezogen wir das Zimmer im Hotel an der Törn, das zirka 10 Minuten von Kieler Hauptbahnhof entfernt war. Die Parkgarage war sehr eng und sah sehr improvisiert aus. Zum Beispiel Autos die auf 40° Neigung auf Platten parkieren mussten, obwohl der Boden glatt und gerade war. Das Zimmer jedoch war aber sehr gut und übertraf unsere Bedürfnisse. Das Hotel hat nur einen schmerzhaften Mangel, den wir schon letztes Jahr in Willhelmshaven wahrgenommen haben. An Abenden des Wochenendes (Samstag und Sonntag) gab es kein Essen im Hotel. Da heute Samstag war gingen wir Richtung Hauptbahnhof Kiel doch dort war wegen Umbauten nichts zufinden. In der Umgebung gab es Restaurants in Einkaufszentren die wie bei uns nach Ladenschluss berechtigterweise zu sind. Auch über der Brücke in anderer Richtung der Stadt war nichts zu finden das man zu Fuss erreichen konnte. Wir behalfen uns mit Kiosfood (ich weiss es nicht gesund) und Minibargetränke und gingen naher ins Bett.
Tag 2: Sonntag 31.08.2003 von Kiel via ColorLine Fähre nach Oslo
Fahrdistance/dauer: 2km / 0.25 Std mit Pausen
Um 09:30 gingen wir zum Fährhafen der Colorline um die Tickets zu kaufen. Überraschenderweise kriegten wir beide dank Mami Seniorenrabatt und wir sparten ca. 100.— CHF ein. Kiel verabschiedet sich bei der Fährabfahrt um 13:30 mit einem kurzem Regenschauer. Bei der Überfahrt nach Oslo war es aber schönes Wetter. Nach dem wir im Taxfree Shop eingekauft hatten ging es an die obligatorische Reservierung für das Abendessen. Die Fährgesellschaft teilte uns für 20:30 ein. So konnten wir noch etwas Ausruben. Zu den Fährkosten (Autotransport, Kabine) kommen nun empfindliche Zusatzkosten für das Abendbuffet und dem nachfolgenden Tag das Frühstück Buffet dazu. Die Nacht war ruhig. Das Schiffsleben war Interessant. Da gab es eine Frau die hatte Glück mit den <> und ein Deutscher erzählte das er zu seinem Sohn nach Oslo reist der dort wohnt.
Tag 3: Montag 01.09.2003 von Oslo via Hamar – Lillehammer nach Dombås
Fahrdistance/dauer: 345km / 7.5 Std mit Pausen
Die Ankunft in Oslo 09:00 war geprägt von schönem Wetter, doch beim Grenzübertritt blies uns von der Zollbehörde ein frischer Wind um die Ohren. Nachdem wir 20 Jahre lang ca. 20x nach Norwegen eingereist waren und uns nie jemand kontrolliert hatte, wollten sie uns nun alles Untersuchen. Wir mussten in eine Garage mitkommen und sie fragten uns woher wir kommen, wohin wir gehen. Als wir sagten das wir nicht vorgebuchte Übernachtungsorte haben, stiess dies bei den Zöllner auf Verwunderung. Dabei hat der staatliche norwegische Tourismusverband immer wieder betont das man dies im Norwegen flexibel Übernachtungsorte auswählen konnte, was ich nur aus den 9 Reisen bestätigen kann. Wir halfen dem Zöllner und teilten ihm mit das wir 4 Liter Wein einführen (also unter dem gesetzlichen Rahmen). Plötzlich sah er mein Notebook und Buchungsbelege (es waren meine privaten) und er fragte mich in welcher Branche ich arbeite. Als ich ihm Mitteilte das ich bei einer Bank arbeite hatte er den Eindruck das ich auch Geschäftlich während den Ferien etwas arbeiten werde. Plötzlich ging alles überstürzt schnell und wir konnten weiterfahren. Warum wir 45 Minuten lang aufgehalten wurden ist uns nicht bekannt. Gut es gibt heute ja die bekannten berechtigten Gründe. Er tat ja nur seinen Job. Nach diesem Erlebnis gab es nur eins raus nach Oslo via Gudbransdalen nach Dombas. Das Wetter was schön während der Fahrt. In Dombas dem südlichen Tor des Dovre Fiel Nationalparkes und des Romsdallen wollten wir unsere Geldreserven verbessern aber die Bancomaten spukten. Ich war nervös den in Deutschland konnte ich mit meiner EC-Karte nicht die Tankspessen bezahlen und musste mit Bargeld bezahlen. Grund ist das teilweise nur deutsche EC-Karten in Deutschland unterstützt werden. Ich probierte es am ersten Reisetag in Deutschland trotzdem da ich bei der Eiffel-Friesland-Reise auch schon mal einige mal glück gehabt habe. Wir mieteten uns am gleichen Ort wie 1989 eine Hütte. Überraschend waren die gestiegenen Preise (679 NOK etwa 130.— CHF pro Nacht). Es war eine wunderbare Hütte mit WC und einer guten Küche mit viel Geschirr. Für uns zwei Personen war sie natürlich ein wenig zu gross es hätten 6 Personen schlafen können. Das relativiert auch wieder den Preis (130.—CHF : 6 Personen währen ca. 20.— CHF pro Person bei Vollbelegung). Es gab Geschwälti zum Znacht und der Ärger in Oslo war vergessen.
Tag 4: Dienstag 02.09.2003 von Dombås via Oppdall-Trondheim-Steinkier nach Folling
Fahrdistance/dauer: 342 km / 6.75 Std mit Pausen
Am anderen Tag fuhren wir via Hierkinn über den Dovre Fiell auf dessen Nordtorstadt Oppdall. Oppdall ist die südlichste Stadt von Mittelnorwegen (Provizen Möre og Romsdal, Sör/Nor Tröndellag) und besitzt als Touristenmagnet viele Dienstleistungszentren. In Vergangenheit konnten wir hier immer Einkaufen und Geldreserven erhöhen. Das klappte auch diesmal. Der Bancomat der Fokus Bank funktionierte. Während hier ein Licht aufging ging das Licht bei Trondheim zu. Es fing stark an zu regnen und der Himmel verdunkelte sich. Wir kämpften uns gegen den ermüdeten Regen und mussen nördlich von Steinkier beim Beginn des grossen Snasavatn-Sees (etwa 80km lang und 20km breit) aufgeben und bezogen eine Hütte ohne WC für 2 Nächte in Follingstua. Die Hütte kostete 300.— NOK (etwa CHF 60.–) pro Nacht und war schön. Es hatte 4 Better. Die Küche war mit viel Geschirr ausgestattet. Es war gemütlich warm in der Hütte. Nur etwas fehlte uns das Wasser und das WC. Das WC war ca. eine Minute vor Hütte in einer Baubarrake Überbrückungsweise untergebracht, denn das Hauptgebäude war zur hälfte im Bau. Das Wasser war drausen etwa ½ Minuten in einem offenen Wasser bzw. Abspülbecken verfügbar. Aber es gab auch hier ein selbstgemachtes gemütliches Abendessen (Spagetti mit Tomatensauce).
Tag 5: Mittwoch 03.09.2003 Pausentag in Folling
Fahrdistance/dauer: 0 km / 0 Std mit Pausen
Den anderen Tag verbrachte ich damit ein Kontrollsystem der Reisekasse mit meinem Notebook aufzubauen. Ich nahm alle Quittungen auf und in der Folge (während dem Rest der Ferien) laufend dazu. Allmählich konnte ich gut Restkosten kalkulieren. Es hat auch den Effekt das ich die Ferienbuchhaltung nicht nach meinen Ferien aufarbeiten musste. Das Wetter klarte am Abend des zweiten Tages in Föllingstua auf
Tag 6: Donnerstag 04.09.2003 Von Folling via Grong-Mosjoen nach Korgen
Fahrdistance/dauer: 303 km / 7.25 Std mit Pausen
Aufgrund der Wetterberuhigung des Vortages hofften wir auf eine bessere Wetter und damit auch über bessere Fahrbedinigungen. Doch schon bei der Abreise aus Follingsstua regnet es wieder. Der Snasavatn-See war vernebelt, nur in Grong, dem Tor zum Namedallen und Numedallen war aufklarendes Wetter. Nach Mosjoen gab es wieder Starkregen. In Korgen angelangt hatten wir konservative Ansichtspunkte. Wir schwärmten von einer Hüttennacht in Korgen wo wir in den Jahren 1984 und 1986 (mit Vreni) übernachteten. Doch wir wussten nicht mehr wie die Hütten ausgestatten waren. Damals war Sommer mit 25°C und das machte man sich keine Gedanken über Heizungen. Wir mieten uns die Hütte mit dem Namen „Holland“, damals mit Vreni hatten wir die Hütte „London“ gemietet. Die Hütten hatten keine WCs und Wasser und kosteten 250.— NOK (ca. 50.— CHF). Die WC und Wasserversorgung auf dem Platz war aber besser als in Follingsstua. Es war kalt in der Hütte, draussen war es 5° C und Feucht durch den Regen. Ich machte ein Rissotto zum znacht. In der Hütte war ein alter Heizstrahler an der Decke. Er hatte nicht genug Heizkraft. Wir bezogen zwei der 4 Better. Es war eine kalte frierende Nacht im Bett, aber wir haben es dank gutes Bettzeug und Trainerhosen gut überstanden. Auch die Fischer waren am Morgen wieder fleissig am Fischefangen im Fluss der 20 Meter von der Hütte entlang floss.
Tag 7: Freitag 05.09.2003 Von Korgen via Mo I Rana – Saltfield Polarkreisübergang – Fauske nach Ballangen
Fahrdistance/dauer: 408 km / 8.75 Std mit Pausen
Am nächsten Tag wurde das Wetter auch nicht besser. In Mo I Rana, das ich immer nur im Regen sah, regnet es wieder. Plötzlich auf dem Aufstieg in Saltfield beim Dunderlandsdallen wurde die Sonne stärker. Die Überfahrt über den Polarzirkel wo wir beim Polarzirkelzentrum Rast machten war schön. Das schöne Wetter hielt bis Fauske. Die Alpenlandschaft erstrahlte im Golden funkelenden Kleid des Indians Sommers.
Nach Fauske (Bähnler kennen diesen Ort gut, dort geht die Eisenbahn nicht mehr weiter) fing es wieder an zu regnen. Die Gegend wurde hier einsamer bis wir zum Fährhafen von Bognes gelangten. Dort war der einzige Fährhafen (im 1984 waren es noch 5) übriggeblieben auf der Strecke „Mitteleuropa nach Nordkapp auf Norwegischen Seite“. Das Offotenfjordsystem war erreicht. Der Fährbetrieb wurde seit Mitte August im reduzierten Nebensaisonbetrieb durchgeführt. Deshalb mussten wir ca. 1 ¼ Stunden auf die Fähre warten. Um 17:10 ging es los und wir erreichten den Hafen von Skardberget. Während der Fahrt war das Wetter ruhig und es regnete nicht. In Skardberget fing es wieder an zu regnen. Schon in Bognes machten wir uns Gedanken wo das Tagesziel sein sollte. In Korgen bei der Abfahrt war das Ziel noch Trollhogda bei Bierkvik, wo wir bereits 1986 mit Vreni und 1987 mit Armin waren. Es war nun 17:40 als wir in Skardberget eintraffen. Die Distanz nach Bierkvik betrug noch ca. 120 km. Auf den Strassen konnte man etwa 70-80 km/h fahren. Also wären es noch 1 ½ Stunden Fahrt gewesen. Wir entschieden uns es zuerst auf dem Campingplatz von Ballangen (Für Kartenleser: Genau zwischen Skardberget und Narvik) eine Hütte zu mieten. Laut meinem Führer aus 1989 gab es dort etwa 8 Hütten mit WC. Die Rezeption war zu man konnte aber die Hütten direkt im weissen Privathaus beim Eigentümer mieten. Er bot mir eine Hütte mit WC für 3 Personen für 500.— NOK (ca. 100.— CHF) pro Nacht an. Wir nahmen das Angebot an und bezogen die Hütte für 4 Nächte. Das war ein guter Entscheid (siehe später Reisetag 8).
Tag 8: Samstag 06.09.2003 Pausentag in Ballangen
Fahrdistance/dauer: 0 km / 0 Std mit Pausen
Den nächsten Tag verbrachten wir mit Spaziergängen in der Umgebung. Es war ein schöner Tag mit Sonnenschein. Der Campingplatz war gross und das Hüttenangebot sehr flexibel. Es gab kleine Hütten ohne WC für 2 Personen und Hütten mit WC in der bis zu 8 Personen Platz hatten. Auf dem Campingplatz waren Wohnmobile platziert und die Leute waren drausen und lagen an der Sonne. Es war etwa 20° C. Man konnte zwei Kanninchen bewundern die Frei herumliefen und im nahegelegen Fjord waren Möwen sesshaft geworden.
Es war ein wunderbarer Ort. Es gab Spazierwege in Ortszentrum entlang des Fjordes. Im Ort warb eine Politsche Partei für die anbahnenden Wahlen, die schon das Fernsehprogramm des Norwegischen Fernsehens dominieren.
Tag 9: Sonntag 07.09.2003 Ausflugstag nach Bierkvik und Björnepass
Fahrdistance/dauer: 308 km / 6.5 Std mit Pausen
Am nächsten Tag erwachte ich um 06:00 Uhr. Ich hörte jemand draussen herumrennen und an unserer Türfalle spielen. Zunächst dachte ich an einem Kind, das es langweilig war. Doch was sollte ein Kind um 06:00? Nach 15 Minuten beschloss ich den Vorhang leicht zu öffnen um nach draussen zu sehen. Es war niemand zu sehen und trotzdem wieder das Geräusch von herumrennen. Als ich den Vorhang noch weiter öffnete sah ich den (oder die) Übeltäter. Es war kein Mensch sondern zwei Vögel (Elstern) die vom golden Türknauf der Haustüre angetan waren. Ich konnte also wieder beruhigt schlafen. Nach dem Frühstück mit leckeren Erdbeermarmelade planten wir einen Tag der Hystorie. Einen Tag in den wir zu Orten reisten wo wir schon gewesen oder geschlafen haben um zu sehen wie es heute aussieht. Von Narvik, dorthin gab es schon die erste Veränderung ein 1km langer Tunnel zum Zentrum, erreichten wir Bierkvik wo wir immer Einkauften und Prommenierten.
Nach einer Pause von etwa 20 Minuten brachten wir Richtung Westen nach Tollhogda auf. Die Strasse wurde seltsamerweise immer breiter dann plötzlich ein neuer Tunnel und die Strasse wurde zur einer Schnellstrasse. Trollhögda, das sonst markant am Anhang zu sehen, war unsichtbar. Wir fuhren dreimal die gleiche Strecke und sahen und nochmals um. Aufgrund der Erinnerungen (Landschaftsbildern) fiel uns, bei einer Stelle in der die Schnellstrasse förmlich in den Fels gefrässt wurde, das alles passte. Wir bogen in eine Seitenstrasse Richtung Süden und erreichten Trollhogda. Dort herrschte rege Bautätigkeiten. Wohnwagenbesitzer die Ihren Platz ausbauten, im Hauptgebäude wo jemand am Dach herumwerkelte.
Wer diese Leute waren wissen wir nicht. Wir besuchten nun die Hütten. In den 80er Jahren waren dies einer der besten Hütten Norwegens gewesen. Nun sah man einen Verfallungsprozess am Holz (verfaulte Stämme) und verwilderte und verwucherte Gegende. Ich musste an Geisterstädte denken. Hier muss was passiert sein.
Dort wo ich früher mit den Wanderungen ins Herjangerfielt anfing, ging nun die Strassenschlucht. Die Schnellstrasse wurde buchstäblich mitten durch Trollhögda gebaut. Nach ein paar Fotos fuhren wir wieder nach Bierkvik zurück und wollten noch das zweite Hüttenzentrum Öse (10km nördlich von Bierkvik) ansehen. In den 80er Jahren waren wir abwechselnd ins Trollhögda und Öse einquartiert. Beide gehörten damals der „Bierkvik Troll Hytter + Hottel“ Unternehmung an. Auch Öse war zu. Man sah hier aber nicht den gleichen Verfallungsprinzip wie in Trollhögda an. Ferner war hier die grosse Reklametafel entlang der E6 immer noch ersichtlich.
Wir gehen davon aus das Trollhögda wegen der neue Strasse geschlossen wurde. In einer neueren Karte von 2003 ist dort aber immer noch ein Hüttenzentrum eingezeichnet. Nach diesem traurigen Erlebnis beschlossen wir noch zum Björnefielpass, dem Pass zwischen Narvik und Kiruna, zu reisen und einen Abstecher auf schwedischem Gebiet bis vor dem Tornetrask-See zu machen. Es war ein wunderbarer Tag, alles funkte so golden.
Um 18:30 kehrten wir in unsere Hütte in Ballangen
Tag 10: Montag 08.09.2003 Pausen-/Einkaufstag in Ballangen
Fahrdistance/dauer: 0 km / 0 Std mit Pausen
Der Himmel war stark bewölkt und es regnete etwas. Wir beschlossen in Ballangen einkaufen zu gehen. Wir kauften Lebensmittel und Postkarten, doch im Laden gab es keine Briefmarken. Wir wollten zur Post gehen. Dort wo die Post im Ortsplan eingezeichnet war, war keine Post sondern ein abgebranntes Haus. Dort wo ein Postschild draussen hing war der Coop und dessen Lagerhaus sowie ein Briefkasten zum Versenden von frankierter Post. Das Wetter klarte inzwischen nun wieder auf. Wir beschlossen die Briefmarken am nachfolgenden Reisetag irgendwo zu kaufen. Vom Hütteneigentümer bezog ich einen neueren Hüttenführer. Am Abend sahen wir im Fernseher, der in unserer Hütte war, wie oft den Wetterbericht. Südnorwegen Regen und Gewitter und Nordnorwegen schönes Wetter. Wir beschlossen deshalb weiter Nordwärts zu fahren. Eine sehr gute Entscheidung.
Tag 11: Dienstag 09.09.2003 Von Ballangen via Narvik – Bierkvik – Setermoen – Nordkjosbotn – Tromsö nach Skittenelv
Fahrdistance/dauer: 306 km / 7.5 Std mit Pausen
Der Reisetag begann am Offotenfjord mit etwas Nebel, aber die Sonne schien kräftig. In Narvik tankte ich noch Benzin und bog in Bierkvik weiter der E6-Entlang Richtung Norden. Beim Gratangerpass fing das Bardutal mit seinen zwei Hauptstädten Setermoen alias Bardu und Bardufoss alias Andelselv an. Verwirrend war es immer das einige norwegische Orte zwei Namen tragen die gültig sind. Das hat nicht wie bei uns mit der Sprache (Basel=Bâle, Biel=Bienne, Chur=Coire) zu tun sondern mit dem Konflikt wer der Namensgeber des Ortes ist. Ist es der Name der Kirche oder der politischen Gemeinde? Manchmal wurden auch Dörfer zu einer Stadt zusammenbaut. Bei Setermoen stimmte der Karteneintrag mit der Strassenbeschilderung überrein. Setermoen ist Zentrum des Tales. Es besitzt wie Oppdall viele Dienstleistungszentrum. Wie in früheren Reisen nutzten wir dies auf um unseren Lebensmittelvorrat etwas zu verbessern. Nun haben wir noch eine Pendenz die wir erledigen mussten. Wir mussten noch Biefmarken kaufen. Also gingen wir ins Postgebäude von Setermoen. Der Zeitpunkt war ungünstig es wollten viele das gleiche Tun. Wie in der Schweiz gab es dort ein Nummerauslosungsverfahren in den man zuerst eine Nummer lösen musste. Es waren also noch etwa 15 Personen vor mir dran. An diesem Tag schien beim Computersystem dieser Post etwas nicht richtig zu laufen. Die Postmitarbeiter waren aufgeregt. Nach ca. 20 Minuten konnte ich die Briefmarken kaufen.
Wir fuhren nun weiter entlang des Bardutales am Militärgarniosonsplatz Bardufoss (riesige Kassernenanlagen) Richtung Nordkjosboten dem Schnittpunkt zwischen den Strassen E6 (Malmö-Oslo-Trondheim-Narvik-Alta-Kirkenes) und E8 (Haparanda-Munio-Tromö) war erreicht. Die Strassen waren gut umgebaut worden. Norwegen hat immer noch gleiche Prinzip wenn sie eine neue Strasse bzw. begradigt baut. In vielen fällen wird die alte Strasse vollständig aufgerissen, der Belag entsorgt und die ursprüngliche Fläche der Natur wieder überlassen, wo wieder Heide und Wissen wachsen.
In Nordkjosboten mitten in der atemberaubenden Bergwelt des Troms fingen wir an eine Hütte für die nächsten Tage zu suchen. Wir liesen uns Zeit und genossen die Fahrt selbstverständlich immer mit Fotopausen. Der Lastwagenverkehr war nicht mehr so gross. An einem Campingplatz, den wir die Hütten ablehnten, stellten wir fest das der neue Hüttenführer übertrieben hatte.
Wir erreichten am späteren Nachmittag Tromsö. Die meisten von Euch kennen Tromsö und wissen wie es aussieht. Die Stadt ist dreigeteilt. Der eine Teil liegt im Festland und heisst Tromsdallen, der zweite Teil ist der Haupteil mit dem Stadtzentrum, dem Flughafen (Tromsö Langnes) und dem Schiffshafen und heisst Tromsö und liegt auf der Insel Tromsoya mitten im Sund (Natürliche Verbindungswasserkanalstrasse, kein Fjord, etwa Vergleichbar mit dem Ärmelkanal) und der dritte Teil heisst Kaldfjord auf der Insel Kvaloya. Der neue Hüttenführer hatte einen Nachteil, man sah die Übernachtungspreise nicht darauf. In Tromsö wollten wir im Städtischen Campingplatz im Stadteil Tromsdallen übernachten. Ich schaute mich zuerst draussen im Gelände auf einer Informationstafel nach den Preisen nach und ich schüttelte den Kopf als ich für eine Hütte mit WC 950.— NOK (etwa CHF 185.— pro Nacht) und eine Hütte ohne WC 400 bis 600 NOK (also ca. 80 bis 120 CHF kostete) sah. Ich glaubte das muss ein Irrtum sein und ging trotzdem zur Rezeption um die Sache zu klären. Vor mir waren zwei deutsche die Zelten wollten und sich ebenfalls um den Preis stritten. Ich verhandelte mit der Rezeption um den Preis, denn ich wollte weder 400 bis 600 NOK für eine Hütte ohne WC (errinnern wir uns Fölling und Korgen hatten 250 bzw. 300 NOK gekostet, Ballangen eine Hütte mit WC 500 NOK) und eine Hütte mit WC 950 NOK (im gleichen Standard wie Ballangen mit 500 NOK und Dombas mit 679 NOK) bezahlen. Ich hatte kein Erfolg und wir beschlossen die Hüttenmiete abzulehnen und weiter zu fahren. In der Kommune Troms gab es nochmals ein Hüttenzentrum das mit guten Hütten ausgestattet war. Es war in Skittenelv. Der Nachteil war das man 25 Kilometer auf einer Schmalen Strasse fahren muss die nach 35 Kilometer laut Karte in einer Sackgasse endet. Entlang dieser Strecke gab es keine andere Übernachtungsmöglichkeit. Ich glaube das schreckt viele Hüttensucher leider ab. Es war wie ein Glückspiel. Fahren wir die 25 Kilometer und es war voll oder gar nicht in Betrieb müssten wieder zurückfahren (= 1 Stunde Fahrdauer) und müssten entweder übergangsmassig in ein Hotel in Tromsö oder weit zurückfahren nach Nordkjosbotn oder gar nach Skibotn (1 ½ Stunden fahrt von Tromsö) somit wäre die Umgebung von Tromsö als Ziel von Ausflügen an die Akten gelegt worden. Nach einer Bedenkzeit von 5 Minuten beschlossen wir das Risiko auf uns zu nehmen und die 25 Kilometer nach Skittenelv zu fahren. Die Fahrt dorthin war schön. Daneben ähnlich wie in einem Bilderbuch folgten wir dem Sund. Nach 30 Minuten erreichten wir Skittenelv. Die Rezeption war offen und ich fragte ob Sie eine Hütte mit WC haben. Natürlich teilte mir die freundliche Hütteneigentümerin mit. Die Hütte mit WC, fliesend Wasser, vier Better (Kayoutenbetter) und bislang die grosszügigiste Küche (2 Herdplatten, ein Kombigerät Mirkowellen/Backoffen, eine Kaffeemaschine und viel Küchengeschirr) kostete 500 NOK (ca. 100.– CHF) im Vergleich zu Tromsö also um 450 NOK weniger. Ich war schon in vielen Hütten in Norwegen und Schweden doch ich hatte noch nie eine solche Hütte mit einer solchen Imposanten Aussicht, als hätte an unserem grossem Fenster jemand ein riesiges Landschaftsplakat aufgehängt. Es war wirklich wie ein Traumwelt. Wir genossen die Landschaft während wir unser Nachtessen einnahmen. Wir wurden für die Fahrt dahin belohnt. Das Wetter war schön.
Tag 12: Mittwoch 10.09.2003 Pausentag/Ausflugstag in Skittenelv
Fahrdistance/dauer: 55 km / 2.5 Std mit Pausen
Als ich am anderen Morgen den Vorhang öffnete war eine Hochnebeldecke über den Bergen. Man hatte aber immer noch eine gute Sicht. Teile der Berggipfel waren im Nebel. Die Sonne drang nicht durch. Wir beschlossen trotzdem einen kleinen Ausflug in die nahe Umgebung zu machen. Interessieren würde uns zum Beispiel ob die Strasse wirklich in eine Sackgasse bei Oldervik am Ulsfjorden endet. Vielleicht gibt es einen Privatweg (in Norwegen gibt es Privatwege die gegen Entgeld befahrbar sind) der zum 5 km südlich befindlichen Fährhafen von Breivik geht. Dort hätte man anstatt den gleichen Weg via Tromsö nach Nordkjosbotn via Breivik fahren können. Auf dem Weg dorthin schauten wir um was die Ortschaften hier alles hatten. Sie hatten zwar brauchbare Busverbindungen aber ich habe keinen Einkaufsladen gesehen auch gab es keine weitere Übernachtungsmöglichkeiten. Von Tromsö bis Oldervik war der einzige Laden der Kiosk des Campingplatzes von Skittenelv. Eine Schulgebäude gab es in Oldervik, doch die gut deutschsprechende Hütteneigentümerin teilte uns mit das die Schule geschlossen wurde und nun die Schüler von Oldervik nach Tonsvik (dort habe ich auch eine Schule gesehen) fahren müssen, obwohl Oldervik viele Schüler hat. Der Grund ist das die Tromsöer Kommuneverwaltung kein Geld für die Umgebung von Tromsö ausgeben will. Sie füllt sich irgendwie nicht zuständig für die ganze grosse Gemeindefläche. Die Landschaftformationen waren interessant. Wiedermal versuchten wir doch noch Elche zu sehen. Immer noch der einzige Elche denn wir gesehen habe ist der Elch in Falun Schweden im Jahre 1984. Doch es gab viele Schwarze Elche (Was schwarze Elche sind verrate ich am Schluss) aber keine braune Elche. In Oldervik endete die Strasse. Die Küste war sehr zerklüftet und interessant. Als wieder am Abend in Skittenelv angelangt sind gingen wir in den grosszügigen Campingskiosk einkaufen. Der Nebel kam nun immer weiter runter und bald sah man nicht mal mehr den Sund oder die Campingplatzwiese. Wird die Sonne den Nebel in der Nacht bekämpfen und zur Kapitulation zwingen?
Tag 13: Donnerstag 11.09.2003 Ausflugstag auf Tromsinselwelt
Fahrdistance/dauer: 274 km / 6.25 Std mit Pausen
Es muss in der Nacht zu einem Überraschungsangriff der Sonne (offensichtlich mit seinem verbündeten Kollege Wind) auf den dicken Nebel gekommen sein. Der Nebel war verschwunden. Nun konnten wir einen weiteren Ausflugstag von Skittenelv starten. Wir fuhren über die berühmte Brücke von Tromsö. Danach wiesen uns die Taffeln in einen langen Tunnel. Plötzlich mitten im Tunnel ein Kreisel der in alle Richtungen wieder ein langer Tunnel folgt. Am Flughafen vorbei und mittels einer anderen Brücke erreichten wir Kaldfjord auf der Insel Kvaloy. Wir wählt dort einen Weg der eine Rundreise erlaubt. Es war schön. Immer wieder kam ein Bauernhof hervor. Imposante Berge und zum Teil grosse Schiffe sahen wir im Sund. Der Tag war schön. In Sommaroy gingen wir sogar quasi über mehrere Brücken zu kleinen Inseln. Es war geschafft der offene Atlantik lag vor uns. Von dort aus bis nach Grönland gab es nichts als Wasser und vielleicht ein Eisberg dazwischen.
Bevor wir wieder via Tromsö nach Skittenelv zurück fuhren, wollte ich noch zum dem am Sund Gegenüberliegende Küste von Skittenelv hinfahren. Das war die Küste der Insel Ringvassoy. In meiner Karte war dort eine Strasse eingezeichnet wo man keine Fähre benutzen musste. In Futrikelv der ehemaligen Fährstation waren wir seinerzeit 1987 mit Armin, Papi, Mami und ich umgekehrt. Der Sund zwischen Kvaloy und Ringvassoy war etwa 6 Kilometer breit. Ich sah nirgends eine Brücke oder doch eine Fährverbindung (Karten könnten auch irren). Plötzlich bog die Strasse Landeinwärts. Die Strasse senkte sich nach Unten in eine art Kehrtunnel dann gab es ein 6 Kilometer langes Tunnelstück als wir wieder Tageslicht angelangt waren, sahen wir das wir nun in Ringvassoy angelangt waren. Nach einer kurzen Fahrt und einem Photohalt fuhren wir dann wieder zurück via dem Tunnel nach Kvaloy.
Via Tromsö erreichten wir Skittenelv am Abend um 18:00. Im Kiosk unterhielten wir uns mit der Hütteneigentümerin über dies und das. Sie bedauerte den Nebel am Vortag, denn in Skittenelv hat es selten Nebel oder Bedecktes Wetter. Wir teilten Ihr mit das wir am anderen Tag langsam auf dem Heimrückweg machen müssten. Ich wäre gerne noch einmal geblieben am anderen Tag wäre Markt in Skittenelv gewesen. Das hätte ich auch sehen wollen. Doch wusste ich auch wie viel Kilometer oder Fahrdauer von der Schweiz entfernt sind und wie viel Tage ich noch Ferien hatte.
Die Rückreiseplanung war durch mehre Faktoren unsicher. In Ballangen hatten wir geplant das wir nach Tromsö via Schweden heimfahren. Doch schon seit einigen Tagen liefen in den norwegischen Nachrichten im Fernseher über den Mord an der schwedischen Aussenministerin Anna Lindh. In unserer Hütte sahen wir im Fernsehen aufgewüllte Menschen in Schweden. Das Land war gelähmt. Aus Rücksicht auf das schwedische Volk beschlossen wir nicht den schwedischen Weg zu nehmen. Das hatte für mich eine bittere Konsequenz ich musste den grössten Teil den gleichen Weg (die E6) wieder herunterfahren, denn gab nur beschränkt gute Alternativen. In der Nacht überlegte ich wie diese Sache entschärfen konnte. Denn es war ja irgendwie Langweilig zweimal die gleiche Strecke zu fahren.
Tag 14: Freitag 12.09.2003 Von Skittenelv via Tromsö –Nordkjosbotn – Bierkvik – Lodingen nach Bognes
Fahrdistance/dauer: 367 km / 8.9 Std mit Pausen
Ich war immer noch am studieren der Reiseroute. Das Wetter war schön und wir waren traurig das wir abreisen müssen. Während des Frühstück kamen wir auf folgende Idee. Die Strecke Tromsö – Bierkvik ist gleiche wie auf dem Hinreiseweg. Aber man könnte doch anstatt das vierte Mal die Strecke Narvik – Ballangen fahren, in Bierkvik abbiegen und via den Vesteralen Inseln oder gar über die Lofoten Richtung Süden reisen. Es gab von den Vesterallen die Fährverbindung Lodingen – Bognes oder in den Lofoten eine Fähre Reine – Bodo das uns wieder zurück zur E6 führt. Auf den Loforten gab es mehr Hüttenzentren als auf der Strecke Bierkvik – Fauske. Somit war die Route geplant. Zwischen Tromsö und Nordkjosbotn fuhr hinter mir gemächlich ein Lastwagen hinterher. Er hatte viele Überholungsmöglichkeiten. Dann kam eine Strecke wo man nicht Überholen dürfte. Ich dachte vielleicht will der Lastwagen gar nicht so wie üblich überholen. Interessanterweise überholte er mich dann doch ausgerechnet dort wo man es ebenfalls nicht darf. Das Wetter an diesem Tag war wirklich herrlich. In Setermoen frischten wir wieder unseren Lebensmittelvorrat auf. In Bierkvik bog ich auf die Lofotenstrasse [E10] auf. Wir erreichten die Vesterallen über die berühmte Tiedesundbrücke bei Harstad. Wir fuhren nach Lodingen um uns um die Fährzeiten zu orientieren.
Plötzlich ging es aber viel zu schnell (Damit meine ich nicht die Geschwindigkeit des Waggens.). Offenbar ist eine Fähre im Anrollen und wir beschlossen Sie zu benutzen und somit leider auf die Lofoten zu verzichten. Die hatte erneut zur konsequenz das wir uns an die E6 bereits schon wieder anbinden. Nach dem Motto das eine Flucht vor der E6 zwecklos ist, sie fängt uns früher wieder ein als wir jeweils wollten. An diesem Motto waren die nächsten Tage gekennzeichnet. Wir erreichten den Fährhafen von Bognes am Abend nach zwei Stündiger Fährfahrt in den man hervorragend die Landschaft und vor allem im Wahrsten sinne des Worte viele Berge aus dem Meer aufsteigen sah. In Bognes gab es ein Hüttenzentrum mit Hotel. Die Hütten waren ausgebucht doch Hotelzimmer waren zu 700 NOK inklusive Frühstück zu haben. Auf den ersten Blick war mir das zu teuer. Doch ich lag im Nachhinein falsch! Nach etwa nochmaligen 2 Versuchen, erreichten wir das Hüttenzentrum von Ulsvang. Da diese Gegend bis Fauske (160 km bis dorthin!) einsam war und eine weiterfahrt die Konsequenz gehabt hätte möglicherweise bis 21:00 Hütten zu suchen, war wir nicht mehr Wählerisch. Wir bekamen eine Hütte mit WC für 4 Personen für 650 NOK (130 CHF) pro Nacht. Die Hütte mit verwurcherten Grassdach sah zu impovisiert aus. Ich habe nichts gegen Improviserte Ausstattung einzwänden im Gegenteil wenn die Hütte für deren Eigentümer rentabler wird ist dies durch aus anstrebenswert. Man sah zu offensichtlich das vieles Nachträglich eingebaut wurde. Die Küche mit dem Wasseranschluss, der WC-Raum und die Lichter. Das erste Problem waren die Lichter. Offensichtlich wollte der Hütteneigentümer mit Wandlichter aus alten Hotels (Dunkles Lampenfutter) beeindrucken. Das Licht in der Küche ging nicht. Also musste ich den Hütteneigentümer die Mängel melden. Er reparierte das Licht in der Küche und nahm die Dunklen Lampenfutter weg. Nun war es gemütlicher. Nach dem der Hütteneigentümer gegangen schauten wir die Sanitärenanlagen genauer an. Der WC-Raum war eigentlich nicht so ein richtig abgetrennter Raum, sondern die Wand ist nur zu ¾ nach Oben gebaut worden. Dies bedeutet das sämtliche Emmissionen des WC-Raumes auch im Wohnraum/Schlafraum zu spüren waren. Das konnte man aber noch aushalten. Doch weit schlimmer war es dass, das Abflusssystem überall verstopft waren. Was sollten wir tun? Beim Hütteneigentümer beschweren oder gar das Geld zurückverlagen und in dieser Wildnis wegfahren? In eine andere Hütte spät am Abend umziehen? In diesem Fall muss man das ganze Hinnehmen. Die Hauptsache wir konnten gut schlafen. Vor dem einschlafen musste ich an meinem Planungsfehler in Lodingen denken. Ich hätte wissen müssen das man von einem besiedeltem Gebiet nicht auf den Abend hinein in eine einsame Gegend fahren sollte. Da muss man mit Konsequenzen rechnen.
Tag 15: Samstag 13.09.2003 Von Bognes via Fauske – Saltfield – Mo I Rana – Mosjoen nach Tosbotn
Fahrdistance/dauer: 485 km / 8.5 Std mit Pausen
Wir beschlossen am anderen Tag ohne Frühstück wegzufahren und das Frühstück unterwegs einzunehmen. Den Hütteneigentümer informierten wir noch über die Verstopfung. Am Anfang des Tages regnete es wieder mal es wurde aber dann wieder schöner. Das Problem ist wohin ist das nächste Tagesziel? Zwischen Fauske und dem Saltfield hat es etliche Möglichkeiten. Diese Stelle ist ein Tourismusmagnet. Es ist auch einer der schönsten Gegenden von Skandinavien. Doch das wären zuwenig Fahrdauer (08:00 – 10:00) und hilft uns nicht viel die restlichen Distanzen zu meistern. Im Rana mit seiner Hauptstadt Mo gibt es viel Industrie. Dort gibt es nur Korgen. Die anderen (Sommer-) Hüttenzentren haben bereits zu gemacht. Hinter Korgen gibt es noch die Stadt Mosjoen. Hier gab es ein Hüttenzentrum. Zwischen Mosjoen und Grong (etwa 200km) war es wieder einsam. Es ist stark bewaldetes Gebiet immer wieder fährt man in Schluchten. Ich suchte immer noch nach einer Alternativ zur E6 an der wir angekettet waren. Denn nach Mosjoen war die E6 nicht mehr Landschaftlich interessant. Es hat nur noch wenig Highlights. Es gäbe die 17, die Küstenstrasse Norwegens, doch die hat über 10 Fährstrecken. Da kommt man nicht vorwärts. Soll ich doch nach Schweden im Junkerdallen oder über den sogennaten Blaubergenpass bei Mo abbiegen? Ich könnte ja wieder nach Norwegen einreisen. Soll ich südlich von Mosjoen auf die interessantere Küstenstrasse via Bronnoysund abbiegen? Wir entschieden uns für die letztere Variante. Zunächst nahmen wir im Rokland unterhalb von Rognan das Frühstück ein. Das Frühstück zusammen mit der Hütte in Ulsvang war schlussendlich etwas teuerer gekommen als das Hotelzimmer mit Frühstück in Bognes. Auf dem Saltfield hoffte noch ein paar Tiere (Rentiere oder gar Elche) an zu treffen. Aber es war vergeblich. Die Fahrt war schön. Selbst das Regengebiet Mo I Rana das ich schon paar besucht habe sah ich endlich in Sonnenschein. Das Hüttenzentrum von Mosjeoen war zu nahe an der starkbefahrenen Strasse E6. Wir beschlossen nun weiterzufahren obwohl nun die Einsame Gegend folgt. Ich hoffte noch in Svenningdal wo es ein paar Hüttenzentren gibt. Doch der einte war zu und bei einem anderen reagierte niemand. Offensichtlich war niemand da. Es waren auch keine Besucher da. Als wir wieder abfuhren kamen zwei Wohnmobile auf den Platz, ob diese doch noch einen Platz gefunden hatten wissen wir nicht. In Svenningdal bog ich Richtung Bronnoysund. Dort sollte es ein Hüttenzentrum bei berühmten Berg „Torghatten“ haben. Es war 17:00 und die geschätzte Ankunftszeit wäre 18:30. Die Strasse war Normalebreite plötzlich wurde Sie etwas breiter und ein 6 km langer grader Tunnel kommt daher. Nach dem Tunnel liegt die Ortschaft Tosbotn am Tossenfjorden. Dort wurde auf der Strasse auf ein Hüttenzentrum aufmerksam gemacht. Wir gingen zu dem Hüttenzentrum. Es sah nach zu aus. Nach kurzer Überlegung klingelte ich an eine Tür eines Privathauses. Eine 18jährige Frau öffnete die Tür und ich fragte ob ich die Hütte bei Ihr mieten kann. Selbstverständlich sagte Sie. Normalerweise machen diese Ihre Eltern, aber ich zeige Ihnen eine Hütte. Als ich hineintrat fragte ich Sie wie viel Sie für die Hüttenmiete verlangt? Die Hütte kostete 500 NOK (100 CHF). Sie war überrascht das wir die Hütte gleich für 2 Nächte mieten. Aber sie war es auch Wert. Die Hütte bestand aus folgenden Räumen:
- Esszimmer mit Kühlschrank, Mikrowellenoffen und Gefrierschrank!!!!!
- Küche mit Kombinierten Herdplatten und Backoffen sowie einer Kaffeemaschine (wir hatten unsere eigene dabei) mit Abspühlbecken und sehr viel Geschirr.
- Ein Wohnzimmer mit Polstermöbeln, einem Fernseher, einem Radiowecker und schönen Bildern an der Wand.
- Ein WC/Duschraum
- Zwei Schlafzimmer mit 2 Betten.
- Genügend Licht und Abstellflächen und bequeme Betten.
Ich bezahlte die Hütte wie immer im Voraus, damit wir jeweils am Morgen unabhängig losfahren konnten. Die Eltern sind das ganze Wochenende weg.
Tag 16: Sonntag 14.09.2003 Ausflugstag auf Bronnyosund und die Helgelandküste
Fahrdistance/dauer: 235 km / 5.25 Std mit Pausen
Nach dem Frühstück, schrieb ich auf einen Zettel unsere Personalien auf und gab es der 18jährigen Frau, damit sie etwas wenn Ihre Eltern heimkamen, in der Hand hat und keinen Ärger wegen uns bekommt. Wir beschlossen nun die 70km entfernte Stadt Bronnyosund mit seinem berühmten Berg dem Torghatten zu besuchen. Die Fahrt dorthin war interessant und abwechslungsreich. Die erste Etappe folgte entlang dem Tosenfjord bei der die Strasse verbreitert wird man musste aufpassen da man auf buckligen mit unterschiedlichen Steinarten (Kiesel aber auch Felsplatten oder Flusssteine) auf dem Weg konfrontiert war. Trotz der Enge kamen Busse und Lastwagen vorbei. Nach etwa 8 Minuten wurde die enge Strasse etwas breiter und verlief in einem Waldgebiet.
Danach wurde die Strasse wieder so breit wie auf einer Schnellstrasse. Die Fjorde die nach Norden fliessen lösen solche die nach Süden fliessen innert kurzer immer wieder Zeit ab. Die Helgelandküste verdient besucht zu werden. Bronnoysund ist eine richtige Hafenstadt. Hier machen auch die Postschiffe der Hurtigrute halt. Es wurde offensichtlich wertgelegt das die Stadt das Landschaftsbild nicht stört und das ist meiner Meinung gelungen. Die lockere Bauweise sorgt dafür das die Natur in dieser Stadt mit den Atlanischen Wiesen präsent ist. Es ist eine sehr grüne Stadt.
Um auf den Berg Torghatten zu kommen muss man quasi auf dem schmalen Inselstreifen „Torget“ ins Meer herausfahren. Aber es lohnt sich.
Nach einer Pause fuhren wir noch entlang der Helgelandküste zum Fährhafen von Vennesund. Man konnte sich von der Landschaft nicht satt sehen. In Vennesund schrieb ich den Abfahrtsplan der Fähre nach Holm auf. Ich hatte die mögliche Idee über diesen Weg ein letztes Mal der E6 zu entfliehen. Ich stoppte die Zeit von Vennesund nach Tosbotn und genoss die Helgelandküste. Es war wirkliches Neuland in Skandinavien für uns, den der Küstenstreifen zwischen Bodo bis Kristianssund war uns Fremd. Die E6 die wir immer benutzt haben verlief im Landesinnere und die Küstenstrasse hatte viele Fähren.
Den Abend verbrachte ich die Reiseroute zu planen. Das Problem war das wenn ich die Küstenstrasse und somit die Vennesund-Fähre benutze müsste ich auch das ganze Trondheim-Gebiet nördlich via Fosna-Halbinsel umfahren, ansonsten komme ich am Abend mitten ins grosse Industriegebiet von Trondelag (Steinkier, Levanger, Verdal, Stjordal, Trondheim, Heimdal). Landschaftlich wäre hier nur der Trondheimfjord schön. Aber hier wurden viele Industrieanlagen mit grossen Schiffhafen angelegt. Aufgrund das mir nicht mehr viele Tage und somit nicht soviel Spielraum zur Verfügung steht mussten wir wieder uns von der E6 gefangen nehmen. Wir mussten durch Trondelag dadurch. Als nächster Übernachtungsort plante ich Oppdal oder südlicher ein.
Die Nacht brach herein über Tosbotn. Wir gingen zu Bett. Ich lies noch ein Buch im Bett und hörte an den Bäumen und am knastern von Holz allmählich wie der Wind zunimmt. Offenbar ist ein Wetterumbruch im Gange. Plötzlich um 23:30 knisterte es immer lauter. Ich schaute aus meinem Fenster heraus und entdeckte das jemand Feuer an einem offenen Grill (Kübel aus Stein) gemacht hat. Es loderte immer noch das Feuer. Auffallend war das in einer anderen Hütte jemand eingezogen war. Dieser war Fischen gegangen. Hat dieser vorher das Feuer angezündet um seinen Fisch zu braten oder verbrannte der Bauer des im Areal befindlichen Bauerhofes etwas oder eine Person XY hat das Feuer angezündet? Wir hatten Angst. Wind und Feuer ergänzen sich gut. Der Grill stand von meinem Fenster etwa 30 Meter entfernt. Es regnete auch noch ein bisschen. Ich ging nach draussen und ruffte mit lauter Stimme: „Hallo, wer hat das Feuer angemacht?“, als ich nach mehrmaligen Rufen keine Antwort erhalte, beschliesse ich solange das Feuer zu beobachten bis ich mindestens 5 Minuten keine Glut mehr sah. Um Mitternacht war das Feuer aus und ich ging ins Bett.
Tag 17: Montag 15.09.2003 Von Tosbotn via Grong – Steinkier – Trondheim nach Oppdal
Fahrdistance/dauer: 469 km / 8.1 Std mit Pausen
Der Regen am anderen Morgen war heftig. Als wir wie üblich die Hütte geputzt und den Boden gereinigt haben, ging ich den Schlüssel der Hütte wiederum dem Hütteneigentümer abzugeben. Dabei lernte ich den Vater kennen der den Schlüssel entgegennahm. Wir unterhielten uns in Englisch über das Wetter. Ich kann Tosbotn weiterempfehlen.
Die E6 nahm uns in Svenningdal gefangen und peitschte uns durch das Numedalen wo wir am Snasavatn einen Halt an einer Raststätte (INN, VAGKRO, VEIKRO) machten. Nach Steinkier wurde das Wetter besser und die Sonne kommt hervor. Es hatte fast keine Wolken mehr am Himmel. Das Tröndelag Industrie + Agrargebiet lag vor uns und hier mussten wir entweder hindurch oder in Richtung Jämtland (Schweden) fahren. Wir fuhren durch das Trondellag hindurch und waren froh das wir Trondheim erreicht hatten nun wurde die Landschaft in Richtung Süden wieder etwas Wilder und somit schöner. In Oppdal kauften wir kurz etwas ein. Wir erinnert uns das wir in Setermoen einen Leicht-Wein mit 4.5% Alkohol gekauft hatten. Wir wollten an diesem Tag zum ersten Mal ein Fleisch braten und einen Wein drinken. In Setermoen ging es problemlos. Offensichtlich dürfen Leichtweine auch durch normale Läden verkauft werden, denn in Norwegen können nur Weine, Starkbiere und Spirituosen im Staatlichen Vinnmonopolet zu astronomischen Wucherpreisen gekauft werden. Hier in Norwegen (noch als einziges Land in Europa -> Schweden und Finnland haben es abgeschafft) gilt noch wie in den USA der 10er, 20er und 30er Jahre ein verschärftes Alkohlvertriebs- und Konsumationsgesetzt. Was wir nicht wussten oder nicht ganz registriert hatten was heute für einen Tag war. An der Kasse teilten uns die Verkäuferinnen mit das Sie diesen Leicht-Wein aus Politischen Gründen nicht Verkaufen dürfen. Wir müssen Ihn stehen lassen. Als Alternative gibt es Weine ohne Alkohol. Liegt es das Montag sei? Ich kaufte deshalb zwei Weine ohne Alkohol.
Wir mieten uns eine Hütte mit WC mitten im Stadtzentrum von Oppdal für 400 NOK (etwa 80 CHF). Die Hütte war wieder gut ausgestattet. Eine gute Küche mit genügend Geschirr, vier Betten, gute Tische und den Fernseher.
Im Fernseher liefen die Wahlsendungen des norwegischen Fernsehens. Nun begriffe ich schnell warum wir diesen Leicht-Wein nicht kaufen konnten. Offenbar gibt es ein Gesetz in Norwegen das der Verkauf von Alkoholischen Getränken während den Wahlen verbietet. An diesem Tag wurden sämtliche Kommunale Wahlen in Norwegen durchgeführt. In der Schweiz würde dies etwa so bedeuten das sämtliche Gemeinden und Kantone die Parlamentswahlen am gleichen Tag gehabt hätten. Da Wahlanalysen ein Hobby von mir sind, interessierten mich natürlich für die Wahlergebnisse. Das Rindsplätzli mit Indisch Curry Sauce und Reis ist mir nicht gelungen. Es hätte noch ein wenig mehr Braten müssen. Aber ich konnte es essen. Mit dem Essen probierten wir den Wein ohne Alkohol. Er schmeckte seltsam. Auch nicht nach Traubensaft. Irgendwie Chemisch.
Tag 18: Dienstag 16.09.2003 Pausentag in Oppdal
Fahrdistance/dauer: 0 km / 0 Std mit Pausen
Das Wetter in Oppdal war schön und wir konnten die Stadt an der wir immer nur ganz kurz hektisch gehalten haben in aller ruhe besuchen. Es ist ein schönes Ortsbild mit markanten Gebäuden. Wir bummelten durch die Stadt und gingen noch zum Informationsbüro der Stadt. Dort waren ein Schweizer Ehepaar laut am diskutieren mit der Angestellten des Informationsbüro. Ich flüssterte zu Mami bitte sag nun keinen Ton. Der Schweizer wollte in den Norden und dort war ja noch die Regenfront. Das Wetter wurde fast zu einer Politischen Diskussion und sah das dieses Ehepaar offenbar nicht gewohnt war flexibel den Umstand anpassen zu planen. Es gipfelte sogar so weit das der Mann die Angestellte für das schlechte Wetter verantwortlichen machen wollte. Ich kann nicht verstehen das man sich so aufführt. Wenn es schlechtes Wetter gibt, versucht man an einen Ort wo es schöner Wetter ist zu bleiben oder zufahren. Ein Grund warum das ich nie vorbuche. Da braucht es keine 10 Minütigen emotionalgeführten Diskussionen. Nach den etwas Peinlichen Vorfall, gingen wir wieder zu unser Hütte und spielten noch etwas bevor wir ins Bett gingen.
Tag 19: Mittwoch 17.09.2003 Von Oppdal via Dombas – Lilliehammer – Hamar – Oslo – Moss nach Svinnedal
Fahrdistance/dauer: 532 km / 9.9 Std mit Pausen
Wir mussten damit rechnen das die letzte Nacht in einer norwegischen Hütte wird, den die Gegend um Oslo hat ähnlich wie das Tröndellag wenig Hüttenzentren. Wir überlegten uns ob wir in Schweden nochmals für zwei Nächte schlafen wollen. Die ganze Sache mit den zwei Tagen war uns dann doch zu riskant. Wir beschlossen früh aufzubrechen und unterwegs Frühzustücken. Mit dem Übergang über Dovre Fiel verabschiedet sich das letzte norwegische Heidegebiet. In Dombas erreichten wir wieder das Gudbransdalen das uns bis Lilliehammer begleitet. In Dovre nahmen wir noch das Frühstück ein. Es war etwas bedeckt. Der Verkehr wurde immer grösser und in Oslo kam es zu Kilometer langen Staus in entgegengesetzte Richtung. Die Strasse zwischen Oslo und Svinnesund befindet sich in starker Ausbau. Es wird an einer Autobahn gebaut. Nach einigen Versuchen doch noch eine Hütte zu finden gaben wir auf und wir quartierten uns im norwegischen/schwedischen Grenzort Svinnesund in einem Motel ein. Das Zimmer kostet 690 NOK (135 CHF) inklusive Frühstück. Das Zimmer war in Ordnung, man versuchte jedoch 4 Personen unrealistischerweise hineinzuwürgen. Das Abendessen war sehr gut und verdient das man das erwähnt. Wir gingen früh ins Bett.
Tag 20: Donnerstag 18.09.2003 Von Svinnedal via Göteborg – Malmö – Kobenhavn – Gedser wieder nach Kobenhavn
Fahrdistance/dauer: 851 km / 13 Std mit Pausen
Als Rückreiseroute plante ich, das wir nicht wieder auf der Autobahn Hamburg – Würzburg wieder den gleichen Weg fahren, sondern Rostock – Berlin – Nürnberg. Deshalb heissen unsere Hafendestinationen entweder Gedser auf der Insel Falster in Dänemark oder in südlichsten Ort von Schweden in Trelleborg. Als möglicher Übernachtungsort planten wir Varberg in der Mitte der schwedischen Westküste. Doch es sollte anders kommen. Der 19. Reisetag war wohl der unkoordinierteste Tag der ganzen Reise. Entweder waren wir zu schnell oder eine spur zu langsam. In Svinnesund besorgte ich zuerst genügend schwedisches Geld. Die Grenze nach Schweden war nicht kontrolliert. Auf der berühmten Svinnesundbrücke sah man wie sie die neue Svinnesundautobahnbrücke bauen. Wir diskutierten im Wagen über die Zeit als wir Svenningdall und Strömstadt mit seiner Umgebung intensiv besucht haben. Auffallend war das die Strasse verbreitert ist und an anderen Ort durchführt. Plötzlich nach Tanum beginnt eine vierspurige Autobahn die kurz aufhört und bei Uddevalla wieder beginnt. Von nun gibt es nur noch Autobahnen bis in die Schweiz. Es ging Schnell. Göteborg war vorbei. Varberg erreichten wir bereits um 12:00 und bald waren wir in Helsingborg. Es ging irgendwie viel zu schnell. Als wir Malmö erreichten, machte ich den grössten Fehler dieser Reise und ich werde ihn teuer bezahlen. Anstatt in Malmö kurz anzuhalten und nochmals alle Fakten anzusehen gingen wir über die Öresundbrücke, die Malmö mit Kobenhavn verbindet. Ein Kollosaales Bauwerk. Man meint man würde mit dem Auto über das Meer fahren. In Kobenhavn Flughafen wollte ich die schwedische Kronen in dänische umwechseln (Die Bevölkerung der EU-Länder Dänemark und Schweden haben einmal gegen die EURO-Einführung gestimmt) ich vergass das der Flughafen ja gross ist. Nicht mehr gewohnt war ich mit dem Verkehr, er hatte hier die Dimension von London oder Paris. Als ich mit der Zeit zu kalkulieren dachte ich eigentlich würde es noch auf die 17:00 Uhr Fähre von Gedser nach Rostock (Deutschland) reichen. Ich hatte mich schon daheim über die Fahrpläne der wichtigen Transitfähren orientiert. Wir hatten keine müde dänische Krone aber viel anderes Geld. EURO wird hier nicht gerne angenommen. Nun die Fähre konnte ich mit Euro bezahlen. Doch als wir in Gedser ankamen stand nächste Fähre 19:00 darauf. Die 17:00 Fähre lief nicht. Die Fähre geht 2 Stunden das würde bedeuten Rostock Ankunft 21:00 um diese Zeit noch ein Hotel suchen und zu Abendessen? Das ist Riskant. Ich schaute mich in Gedser nach einer Wechselstube, einer Bank und nach einem Hotel um. Das Hotel war zu und der Fährhafen mit seinem Bahnhof scheint mir wie in Auflösung. Das ist er natürlich nicht, denn Gedser – Rostock ist einer wichtigsten Fährstrecken zwischen Nord und Südeuropa. Die E55 verbindet Kobenhavn mit Berlin, Prag, Salzburg, Venezia, Adriaküste, Südgriechenland (via Fähre). Wir mussten Bargeld auftreiben um für eine Nacht schlafen zu können. In Nyköbing konnte ich noch etwas an einem Bancomat Geldbeziehen. Dort fanden wir auch ein Hotel, aber es hatte so viele Gäste. Es war voll. Der Süden der dänischen Hauptinselsysteme (Lolland, Falster, Mon, Sealland) war etwas Dünn besiedelt und hat wenig Übernachtungsorte. Wir fuhren Richtung Kobenhavn zurück, da wir gemeint hatten, das wir ein Hotel unterwegs gesehen haben. Wir fanden es nicht und es wurde Dunkel. Man sah nichts mehr. Wir könnten doch in ein Scandic Hotel gehen die gibt es doch in Dänemark.
Auf dem Weg in dieser Dunkelheit nach Kobenhavn war kein Hotel sichtbar. Inwischen waren wir bereits wieder in der Flughafengegend von Kobenhavn eingetrofen. In Dragor fanden wir ein Hotel das uns anscheinend zu teuer (900 DKR) vorkam. Um 21:15 fuhren wir nun Richtung Kobenhavn Zentrum und fanden 15 Minuten später ein Scandic Hotel. Es war das Scandic Hotel Sydhavn. Schon als ich reintrat hatte ich ein mulmiges Gefühl. Es glitzerte alles. Ich schätzte das die Nacht leider etwa 1000 DKR (220 CHF) kosten würde. Es kam aber noch viel schlimmer, die Nacht kostete 1545 DKR (340 CHF) pro Nacht. Was soll ich tun? Weiterfahren um 21:30? Ich war müde und hatte auch Hunger. Ich ging innerlich genervt die Zimmermiete ein. Zu den 1545 DKR kamen noch 400 DKR Kaution die ich am nächsten Tag wieder zurückkam. Somit waren alle dänischen Kronen ausgegeben. Das Zimmer war schön und die Betten waren bequem. Man sah das die Zimmer für Geschäftsleute ausgerichtet waren. Wenn ich ein Netzwerkkabel dabei gehabt hätte, hätte ich mit meinem Notebook noch gratis Internet surfen können. Das war nicht das Ziel dieser Ferien. Das Nachtessen konnte ich Gottseidank in EURO bezahlen. Das ist nicht selbstverständlich. Letztes Jahr (2002) fuhr ich mit einer Reisegruppe durch Dänemark. An einer Raststätte teilte uns der Kassierer mit das er EURO nicht annimmt er verlangte dänische Kronen. Das Restaurant des Scandic Hotel ist auf Novel Cusines ausgerichtet. Das heisst vieles unter einander gemischt, vor allem mit Tomatenpüre und Käse. Die Auswahl war beschränkt. Auf dem Zimmer lass ich das die Scandic Hotelgruppe im 2001 von der Hilton Hotelgruppe übernommen worden ist.
Ich möchte hier nochmals ein Fazit geben wie man es nicht machen sollte. Nach dem Motto aus Fehlern kann man lernen. Es ist der einzige Tag in diesen Ferien, der nicht zufriedenstellend gelaufen ist. Man sollte es nicht darauf kommen lassen so spät noch Hotel zu suchen. Dann muss man nehmen was man bekommt. Den Hauptfehler den ich begann habe, war das ich in Malmö nicht eine Pause gemacht habe um die Lage wie sonst üblich zu analysieren. Die schwedische Seite war uns vertrauter mit den Übernachtungsmöglichkeiten. Ferner darf man sich nicht darauf verlassen das ein Fährhafen auch ein Dienstleistungszentrum beinhaltet. Vielleicht wären wir in Malmö zu Schluss gekommen, das wir eine andere Fährverbindung z.B. von Trelleborg her nehmen sollten.
Tag 21: Freitag 19.09.2003 Von Kobenhavn via Gedser – Rostock nach Wittstock
Fahrdistance/dauer: 287 km / 9.25 Std mit Pausen
Nach dem Frühstück an einem reichlichen Frühstückbuffet (es war von sehr guter Qualität) fuhren wir in das Stadtzentrum von Kobenhavn um die zersplitterten Bargeldreserven (NOK,SEK,DKR) zusammenzulegen. Nach dem dies geklappt hatte mussten wir uns keine Sorgen mehr machen. Der Verkehr in Kobenhavn war sehr dicht, so das wir etwa eine Stunde benötigten um aus der Stadt herauszukommen. Das erreichen der 13:00 Fähre wurde immer unwahrscheinlicher. Wir kamen 15 Minuten zu spät in Gedser an. Dort war wieder alles ausgestorben. Tickets konnte ich noch nicht bei der Scanlines lösen. Ich soll später wieder kommen. Eine seltsame Art wie die dritt grösste Fährunternehmung von Skandinavien (Sie betreiben unter anderem die Fährhafen Puttgarten, Rodby, Helsingör, Helsingborg, Trelleborg, Gedser, Kobenhavn, Rostock und Sassnitz) das Eincheckverfahren durchführt. Der Hafen wirkte immer noch etwas seltsam. Interessant ist beispielsweise das man Legal an den Fährstationsschlagbäume durch andere Weg weiter in den Fährbereich kommt oder gar von dort wieder herausfahren kann. Andere Fährhafen haben wie ein Schleusenprinzip. Wir fuhren noch zum Strand von Gedser um auf die 15:00 Uhr Fähre zu warten.
Als wir sie sahen fuhren wir zurück zum Fährhafen und lösten die Tickets. Um 15:00 Uhr verliessen wir Dänemark und somit Skandinavien Richtung Deutschland. Das Wetter an diesem Tag war schön. Es waren keine Wolken am Himmel zu sehen. Zwei Stunden später waren wir in Rostock eingetroffen.
Als letzter Übernachtsort ist die Stadt Wittstock (Knotenpunkt der Autobahnen Rostock, Hamburg, Berlin) geplant. Das Motel Heiligengrabe bei Wittstock war schön. Die Zimmer waren gut eingerichtet und der Preis (51.— EUR = 79.— CHF ) pro Nacht war günstig für deutsche Verhältnisse. Die Auswahl im Restaurant war grösser als im Scandic Hotel Kobenhavn. Die Speisen wurden auf Ungarische Weise gekocht und es war gut.
Tag 22: Samstag 20.09.2003 Von Wittstock via Berlin – Halle/Leipzig – Jena/Gera – Nürnberg – Feuchtwangen/Crailsheim – Ulm – Bregenz nach Wil
Fahrdistance/dauer: 885 km / 10.9 Std mit Pausen
Der letzte Reisetag war angebrochen, als wir das Frühstück in Heilgengrabe eingenommen hatten. In Wittstock kauften wir noch für zuhause das nötigste ein. Das Wetter war heiss und nahezu Wolkenlos. Entlang der Strecke Berlin – Nürnberg gab es viele Bausstellen. Sie bauen diese Autobahn auf sechs Spuren aus. Die Fahrweise in Deutschland war bekannt und wie immer mühsam und gefährlich. Das Gemütliche Stressfreie Autofahren wie in Norwegen und Schweden war vorbei. Die Rastplätze waren voll. Wir konnten die erste Pause erst in Hof machen. In der zweite Pause in den Ellwanger Passhöhe (zwischen Feuchtwangen und Ulm) bestellt ich das was ich in Deutschland so gerne habe und bei uns zwar erhältlich ist jedoch nicht von gleicher Qualität ist. Den Schwäbischen Käsekuchen. Er war gut. In der Schweiz ist er viel zu Cremig und hat noch viel Celatine drauf. Dafür haben wir den besseren Honig als die Deutschen. Der Schweizer Zoll „Au/Lustenau“ war erreicht und nach einer kurzen Kontrolle von ca. 30 Sekunden konnten wir wieder einreisen. Abgesehen von Oslo, gab es keine Probleme mit dem Zollstationen dieser Reise. Die Sonne machte mir von Memmingen an noch etwas zu schaffen, da ich ihr gradlinig entgegenfuhr. In Gossau ging sie dann unter. Tja die Sonne kann einem wirklich nichts recht machen. Scheint sie blendet sie. Scheint sie nicht ist es zu langweilig. Wir kamen in Wil um 19:45 an. Die Reise war zu ende. Ein wenig Traurig waren wir schon das die Ferien zu ende waren.














































































