Mittelosteuropa 2011.01 – Südpolen
Übersicht
Projekt
Projektleiter: Schück Daniel
Länge: 3197.2 km
Bemerkung: Ortsnamen gemäss Landessprache
Übernachtungen
Brno (CZ) – Hotel Holiday Inn *****
Zakopane (PL) – Nosalowy Dwór Ressort ******
Jelina Gora (PL) – Hotel Mercure *****
Hof (D) – Garni Hotel Maxplatz ****
Route
Tag 01 (MO 26.09.2011) von Wil [Schweiz] nach Brno [Tschechien]
5! Grenzüberquerungen:
- Schweiz – Österreich bei Au/Lustenau
- Österreich – Deutschland bei Lindau
- Deutschland – Österreich bei Salzburg
- Österreich – Slowakei bei Kittsee/Bratislava
- Slowakei – Tschechien bei Kuty
Am nächsten Tag räumten wir den Wäschekoffer aus und nahmen noch ein wenig mehr Kleider mit. Wir verliessen Wil um 07:30 Richtung St.Gallen und verliessen die Schweiz in Au/Lustenau. Bevor es soweit ist musste ich in der Raststätte Thurau dem Opelchen auch noch Sprit geben und Ihm die Österreichische Vignette aufkleben. Es war ruhig der Übergang zwischen Au – Lustenau – Dornbirn – Bregenz – Lindau. Der Pfänder hatte ausnahmsweise mal kein Stau. In Lindau erreichten wir Deutschland. In Memmingen bog ich Richtung München. Die Raststätte Lechwiesen in Landsberg am Lech gehört beinahe schon zu einem Pflichthalt für reisende an der Strecke. Ursache ist das auf dieser Strecke nebst dem Aitracher Autohof bei Leutkirch keine Raststätte gibt. Dort assen wir im Restaurant das Frühstück um Gestärkt weiter zu fahren. Nach der gemütlichen Fahrt wird es ungemütlicher und das hat mit der Routenwahl zu tun. Es gab zwei Routenvariante:
- Die Länge Nordroute München – Landshut – Deggendorf – Passau – Linz
- Die Kürzere Südroute München – Rosenheim – Salzburg – Linz
Die Entscheidung musste vor München getroffen werden, den die erste Route ging vom Münchner äusseren Nordring weg. Die Südroute via Salzburg würde uns durch inneren Südring von München führen. 4km im Stadtgebiet. Ich entschied die kürzere Südroute zu nehmen. Schon im Südring von München war der Verkehr überlastet. Der Südring wird baulich optimiert. Wir erreichten 30 Minuten später wieder die Autobahn und fuhren aus dem Stadtgebiet heraus. Anstatt das der Verkehr abnimmt, nimmt er rapide zu. Es kam zu stockenden Verkehr. Es half auch nichts das bei Rosenheim. Einen Teil fuhr zwar weiter Richtung Brenner, doch die meisten fuhren weiter Richtung Salzburg. In Rosenheim kamen dann noch weitere dazu. Es war ein Nullsummenspiel. Durch den Stau verloren wir ¾ Stunden. Somit wäre die Längere Nordroute deutlich schneller gewesen. Die Landschaft und die Fahrt entlang des Chiemsee entlasten die Situation. Am Chiemsee musste ich an den Artikel „frühere Autobahnraststätten in Deutschland“ denken, den ich vor kurzem gelesen habe. 1938 – 1945 stand dort eine der schönsten Autobahnraststätten Deutschlands mit Hotel, Restaurant und Strandbad. Danach war es ein Erholungsheim für Amerikanische Soldaten. In Salzburg überquerten wir erneut die österreichische Grenze und assen in einer Raststelle im Restaurant zu Mittag. Danach fuhren wir weiter Richtung Linz entlang des Mondsees. Das Wetter war wunderschön. Man sah die Berglandschaften. In Linz erreichten wir die Donau und in Amstetten (Weltweit bekannt wegen Fritzl) allmählich die Ybbstal und die Wachau. In der Niederösterreichischen Landeshauptstadt Sankt Pölten gab es wieder zwei Möglichkeiten eine Nordroute (via Stockerau und Poysdorf) oder eine Südroute (Kittsee und Bratislava). Wir nahmen die Südroute. Vor Wien bog wir auf die Südwestumfahrung, das entlang dem Wienerwald führt. Die Bäume glitzern mit Ihrem Herbstlichen Farben. Danach ging die Autobahn steil nach Abwärts zum Wienerbecken und wir erreichten wieder die Donau bei Schwechat. Wir hatten Wien Umfahren und fuhren nun auf der Auobahn Richtung Ungarn. Kurz vor der Ungarischen Grenze bogen wir ab und machten in Kittsee an der Tankstelle halt um drei Sachen zu erledigen. Das Auto braucht Benzin. Wir beschafften uns die Autobahnvignette von Slowakei und Tschechien. Diese Vignette mussten wir noch gemäss Anleitung an der richtigen Stelle an der Windschutzscheibe aufkleben. Vorher musste ich die alten Slowakischen und Tschechischen Vignetten wegmachen. In Kittsee war ich schon 1988. Damals fuhren wir vom Neusiedlersee dort hinauf und weiter nach Wien, wo wir in Bad Vöslau drei Nächte übernachteten. Von hier sieht man die Häuser von Bratislava [Slowakei]. Heute ist das nicht mehr speziell, aber damals wusste ich das zwischen uns der eiserne Vorhang lag mit sehr strengen Grenzkontrollen. Heute ist es eine Grenze die man gar nicht sieht. Keine Kontrollen. Wir erreichten die slowakische Hauptstadt Bratislava (unter den Habsburger hiess die Stadt Pressburg) und bogen in die Autobahn [E65] die von Ungarn kommend Richtung Norden, die uns zum möglichen Tagesziel Brno [Tschechien] führen wird. Dazwischen besuchten wir noch ein Autobahnmotel das aber etwas zu dicht an der Autobahn lag. Nach einer Weile bei Kuty überquerten wir den Fluss March und somit auch die Grenze nach Tschechien. Das Mährische Becken, die Marchebene mit dem Wiener Becken und dem Donaubecken trennt die beiden Europäischen Gebirgen die Alpen von den Karpaten ab. Nach einer Weile erreichten wir um 19:30 die Mährische Hauptstadt Brno (Brünn). In Brno hatte ich das Hotel Holiday Inn bereits zuhause ausgesucht und die Zimmer waren frei. Nach dem Abendessen gingen wir bereits um 22:00 Uhr ins Bett. Der längste Teil der Reise war überwunden. In Brno bezog ich noch Tschechische Kronen.
Tag 02 (DI 27.09.2011) von Brno [Tschechien] nach Zakopane [Polen]
Trotz leichtem Hochnebels war das Wetter auch am anderen Tag sehr schön. Der Hochnebel verzog sich bereits nach wenigen Minuten nach unserer Abfahrt vom Hotel, nach dem sehr guten Frühstück. Entlang der Mährischen Berglandschaft fuhren wir Nordnordost Richtung Ostrava. Dort erreichten wir die Odra (Oder) und das obere Odertal. Die Autobahn ist hier noch nicht fertig. Wir erreichten um 10:00 bereits Polen und fuhren weiter Richtung Rybnik (wo ich die Tschechische Krone in Polnische Zlotis umtauschte) das „Ruhrgebiet“ Polens mit seinen Städten Gliwice und Kattowice. Nun bogen wir Ostsüdostwärs. Auf der Südpolnischen Autobahn, der früheren Schlesischen Reichsautobahn, erreichten wir Krakow, wo Karol Woitilya (Papst Johannes Paul II) Erzbischof war. Die Strasse sind sehr gut ausgebaut auch in Polen. Vor Krakow (Krakau) assen wir zu Mittag, danach bogen wir ab Richtung Süden. Die Landschaft veränderte sich. Zunächst kleinere Hügelkämme, dann bereits ausgewachsene Hügel, gefolgt von (Hügel)Bergland wie in Wil das vollständig auf dem Ausläufer Hosenrucker Bergland befindet. In Nowy Targ sah man das massiv der Tatras voller Breite und Höhe. Ein ähnlichen Blick hat man wenn von Vercelli in der Po-Ebene an Tagen mit guter Sicht auf den Alpenbogen hat. Von der Ebene zu den hohen Bergen. Der Verkehr nahm zu und wir erreichten unser Hauptziel der Herbstferien Zakopane in Polen. Zakopane ist das Sankt Moritz Polens und eine Touristenstadt für Wintersport. Sie hatte auch schon mal Weltmeisterschaften und kandidierte für die Winterolympiade 2006. In Zakopane fand ich ein sehr gutes Hotel wo wir zwei Nächte bleiben konnten. Es war 14:30 Uhr und wir waren am Ziel. Wir ruhten noch ein wenig aus. Um 16:00 machten wir einen Ausflug in der Umgebung und entlang des Tatra Nationalparks (in westlicher Richtung) entlang und durch die Ortschaft Witów. Witów ist eine Ortschaft mit vielen Holzhäusern in Tatra Stil. Mit spitzigen Dächern. In Chocholów (mit ebenfalls vielen Holzhäusern), nahe der slowakischen Grenze kehrten wir um nach Zakopane. Zakopane ist für einen Touristenort sehr schlicht. Ich hatte bereits bedenken das man hier viele Moderne Bauten aufgestellt hätten die nicht in die Landschaft passten. Zum Beispiel Hochhäuser und Meterlange Blockbauten, wie ich es in Andorra de Vella im Jahr 1999 erlebt habe. Es gibt zwar auch in Zakopane wenige Ausrutscher aber die halten sich stark in Grenzen. Auch in Zakopane wurde der traditionelle Tatra Baustiehl gepflegt. Das Nosalowy Dwór Ressort bestand aus zwei Hotels. Ein Traditionelles Hotel und einem etwas moderneren Bau. Wir selber hatten das Zimmer im Traditionellen Hotel. Dieses Hotel wurde im Jahr 2000 eröffnet und hat 29 Zimmer. Unser Zimmer war sehr schön und geräumig. Für zwei Nächte für ein Doppelzimmer für zwei Personen kostet das Hotel 460.—Zloty (132.—CHF). Um 19:30 gingen wir Nachtessen. Es gab ein üppiges Mahl, aber es war sehr gut.
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| Hotel Nosalowy Dwor in Zakopane | Die Tatra bei Witow |
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| Witow | Tiere schauen mir beim Fotografieren zu |
Tag 03 (MI 28.09.2011) Tatrarundfahrt [Polen/Slowakei]
Als ich am Morgen um 07:30 aufwachte regnete es ein wenig und der Himmel war verhangen. Wir gingen Frühstücken. Nach dem Frühstück verbesserte sich das Wetter schnell. Die Sonne scheint und die Wolken wurden praktisch ganz aufgelöst. Bereits in Wil habe ich mir überlegt was man für Ausflüge machen kann und habe es nochmals Vorort das vertieft. Wir brachen um 10:30 Uhr, bei schönsten Wetter, auf Richtung Ost. Kurz vor der slowakischen Grenze bogen wir ab und parkten unser Auto auf dem Parkplatz des Nationalparks. Von nun an ging es zu Fuss weiter Richtung dem Morski Oko See. Nach 1 ¼ Stunden kehrten wir um, weil zum See wäre es noch 4 Stunden gegangen. Es waren viele Leute am Wandern. Die Wanderer bestanden aus allen Altersgruppen. Es waren sicher 100 Personen unterwegs. Allein auf dem grossen Parkplatz hatte es 70 Autos. Man hätte auch mit einer Pferdekutsche zum See fahren können. Die Landschaft war herrlich und das Klima angenehm. Wespen, meine Lieblingstiere, gab es nur auf dem Parkplatz. An einem Baum versuchte ein Specht ein Loch zu bauen. Auch das ich Ihn Fotografiert habe, störte Ihn nicht. Ein wenig Später sah ich ein Eichhörnchen von einem Ast zu einem anderen Ast springen, doch mein Fotoapparat war nicht schnell genug.
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| Auf dem Weg zum Morski Oko See | Ein Specht versucht ein Loch zu schlagen |
Es war nun später Mittag und wir fuhren weiter und überquerten bei Javorina die slowakische Grenze. Nach Tatranska Kotlina bog ich auf die Tatrahochstrasse. Diese Strasse hatte ich letztes Jahr um die gleiche Zeit gefahren, jedoch am späten Nachmittag. In Tatranská Lomnica parkten wir unser Opelchen und bestiegen die Seilbahn die uns auf die Lomicaspitze bringen soll. Zunächst ging es mit einem 4 Sitzer Gondelbahn von der Talstation zur Mittelstation, auf der man nicht austeigen darf weil es geschlossen ist. Nach der Mittelstation ging es zur Oberstation. Dort musste man Umsteigen in eine Grosse Gondelbahn. Die führte uns dann zur Bergstation Lomnica. Der Anstieg war sehr Steil und es hatte keinen Zwischenmast. Der Lomnica (Deutsch Lomnitzer Spitze) ist 2632 Meter hoch. Der Mindestaufenthalt auf der Lomnica beträgt 50 Minuten. Der Ausblick war herrlich. Man sah im Süden weit in die Slowakei und im Norden weit nach Polen hinein. Nach Süden/Norden gab es kein Hoher Berg der die Weitsicht verringert. Auf der Bergstation gab es eine Cafeteria. Ich machte viele Fotos von der Lomnitzer Spitze. Nach 50 Minuten fuhren wir zur Oberstation zurück. Auf der Oberstation befand sich die Tatra Astronische Forschungsstation. Dies aufgrund der guten Lage. Nach dem wir wieder auf die 4 Sitzer Gondel gewechselt haben erreichten wir via der Mittelstation die Talstation und holten unseren Waagen vom Parkplatz ab.
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| Die Lomnica | Und seine weite Aussicht bis Poprad |
Es war nun 16:00 Uhr und wir fuhren in Westlicher Richtung der Tatra Hochstrasse entlang mit dem wunderbaren Blick auf die Tatras und die Mittelslowakische Ebene wo man bis zur Hauptstadt der slowakischen Tatra Poprad sieht. Es hatte sehr wenig Verkehr. In Liptovsky Peter erreichten wir die Slowakische Autobahn [D1/E50] und wir fuhren diese bis Liptovsky Milkulas. Das waren nur etwa 10 Kilometer. In Liptovsky Milkulas bog wir Richtung Norden. Entlang der Strasse 584. Der Abend brach allmällich ein und es gab ein herrlichen Sonnenuntergang mit vielen Farben. Es gab zwei Pässe die wir noch überqueren mussten. Ab Habovka war es Dunkel und dort bogen wir Richtung Oravice ab. Obwohl die Strasse zum Teil nur Einspurig war, nahm der Verkehr zu. Vor Oravice sah ich mit meinem Scheinwerfer ein Hirsch im Wald. In Vitanova erreichten wir wieder eine zweispurige Strasse und bogen Richtung Osten ab. In Sucha Hora überquerten wir die Grenze zu Polen und fuhren die Strecke nach Zakopane zurück, wo wir am Vortag via Witow gefahren waren. Um 20:00 erreichten wir unser Hotel, rechtzeitig zum Abendessen.
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| Die Bergwelt bei Liptovsky Milkulas von der Autobahn | Und aus der Stadt her. |
Tag 04 (DO 29.09.2011) Von Zakopane [Polen] bis Jelina Gora [Polen]
Ursprünglich wollten wir in Zakopane drei Tage bleiben und via Bautzen heimfahren. Doch wollten wir noch andere Regionen von Südpolen ansehen. So fixierten wir unser Tagesziel auf Jelina Gora. Nach dem Frühstück verliessen wir Zakopane zunächst Richtung Norden nach Nowy Targ (Neumarkt). Auf einem Hügelgrat konnten wir nochmals einen Blick auf die Tatras werfen, bevor wir das Gebiet verlassen. In Rabka nahm ich die Strasse 28 Richtung Nordwest. Gemütlich über Land fuhren wir entlang von schönen Hügellandschaften. Die Strecke war gesäumt von Dörfern und wenige grosse Städte wie Wadowice, der Geburtsstadt von Karol Woitila (Papst Johannes Paul II). In Zator erreichten wir die Wisla (Weichsel) mit dem oberen Weichseltal. Wir fuhren nun durch Oswiecim. Dort galt es noch was zu besuchen und wir parkten das Auto. Der Name der Stadt Oswiecim sagt auf dem ersten Blick nichts aber der Deutsche Name ist Weltbekannt. Wir befinden uns in Auschwitz. In Auschwitz befand sich jene zwei Konzentrationslager in der als Vernichtungslager der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler mehr als 1.1 Millionen Menschen ermordet wurden. Während Auschwitz I sich nahe der Stadt befindet, befindet sich Auschwitz-Birkenau ausserhalb der Stadt. Wir besuchten nur den Rand der beiden Konzentrationslager. Die Distanz der beiden Orte war zu gross und wir fuhren vom Parkplatz Auschwitz I zum Parkplatz Auschwitz-Birkenau. Beide Orte hatten heute viele Besuche. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Tor des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war eine beklemende Stimmung und wir mussten an die Filme vom Holocaust denken. Zum Beispiel der Serie Holocaust, die Geschichte der Familie Weiss, die ich als Kind von 8 Jahren 1979/1980 im Fernseh gesehen habe. Das Gelände ist im Originalzustand und ist sehr gross. Das Innere der beiden Konzentrationslager besuchten wir aus zeitlichen Gründen nicht. Der Besuch selber hätte 3 Stunden gedauert. In den 1980er Jahren habe ich mich intensiv mit dem zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt und viele Bücher darüber gelesen. Der Aussenbesuch war genug beklemmend, weil man die vielen Gefangenlager direkt sah.
Das Konzentrationslager Auschwitz Birkenau |
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Nach diesem Besuch verliessen wir um die Mittagszeit Oswiecim und erreichten in Ledziny die Südpolenautobahn [A4/E40]. Entlang der Städte Kattowice und Gliwice erreichten wir am frühen Nachmittag die Stadt Opole (Oppeln). Dort verliessen wir die Autobahn und fuhren über Land, den es galt an diesem Tag noch etwas zu besuchen. Im Norden von Opole befand sich die Ortschaft Dobrzen Wielki. Die Ortschaft ist die Partnerstadt von Wil. Nach einem kurzen Halt ging es weiter auf der Autobahn an der schlesischen Hauptstadt Wroclaw (Breslau) vorbei. Bei der Vertreibungswelle aufgrund Grenzverschiebungen nach dem zweiten Weltkrieg, gab es einen Biliardeffekt. Die heute westukrainische Stadt Lvov (Lemberg) gehörte früher zu Polen. Die Polnische Bevölkerung wurde 1945/1946 von den Sowiets unter Stalin vertrieben, weil er ganze Ostpolen der Sowietunion zuordnen wollte. Dies wurde auch mit den westlichen Alliierten so vereinbart. Also mussten die Polen in eine Stadt ziehen, deren Bevölkerung man ebenfalls zuerst vertreiben musste. Die deutschen in Breslau mussten Ihre Stadt verlassen und wanderten ins heutige Deutschland und einige weiter nach den Vereinigten Staaten von Amerika aus. Danach übernahmen die vertriebenen Lvover Bevölkerung die Stadt Breslau und nannten diese in Wroclaw um. In Kostomloty verliessen wir die Autobahn Richtung Jelenia Gora. Auf dem Weg dorthin sah man die Weite Berglandschaft vom Riesengebirge bis zu den Beskiden. In Jelenia Gora bezogen wir das Hotel Mercure. Auch hier waren die Zimmer sehr gut. Es war nun 17:00 und wir machten Pause bis wir um 19:00 zum Abendessen gingen. Es waren viele deutsche Urlauber hier. Das Restaurant war gut gefüllt, weil eine Cargesellschaft auch im Hotel wohnte. Wir blieben zwei Nächte in Jelina Gora.
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| Dobrzen Wielki | Die polnische Partnerstadt der Stadt Wil. |
Tag 05 (FR 30.09.2011) die polnische Riesengebirge Rundfahrt.
Auch der nächste Tag war Wolkenlos und wunderschön. In Karpacz, etwa 20 Kilometer südlich von Jelenia Gora erreichten wir die Sneza-Gegend der Sneza ist 1603 Meter hoch und für deutschsprachige besser bekannt als Schneekoppe. In Karpacz hatte sehr viele Touristen und Hotel Ressorts. Die Sneza ist der grösste Berg in der Karkonoski (Riesengebirge). Nun galt es noch die norwegische Stabkirche von Vang zu besuchen. Moment wir sind doch in Polen nicht in Norwegen. Wieso kann man eine norwegische Stabkirche in Polen besuchen. Die Stabkirchenbetreiber von Vang am Vangersee wollten die Kirche abreissen und einen Neubau hinstellen. Der preussische König Friedrich Wilhelm IV (der auch ein begeisterterer Norwegenreisende war), hatte durch den norwegischen Maler Dahl Wind davon bekommen und kaufte die Stabkirche für 427 Mark im Jahr 1841 ab und lies diese dann Abreisen und transportieren. Zunächst wollte man die Stabkirche in Berlin wieder aufbauen aber man beschloss dann das die Kirche in der damals preussische Provinz Schlesien am Riesengebirge besser passte. Dort wurde die Stabkirche bis 1844 wieder aufgebaut. Seit dieser Zeit kann man die Kirche besuchen.
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| Stabkirche Vang (Polnisch Wang) im Hintergrund die Schneekoppe | Der Herbstwald |
Danach fuhren wir über Land entlang des Riesengebirges. Manchmal auch in eine Sackgasse. Aber das machte nichts. Die Fahrt war eine Ergänzung zu Ostern 2010. Dort machten wir eine tschechische Riesengebirge Rundfahrt. Um 15:00 fuhren wir nach Jelenia Gora zurück und parkierten dort das Auto. Nach dem wir einen Kaffee getrunken haben, besuchten wir die Altstadt von Jelenia Gora. Jelenia Gora, das auf Deutsch Hirschberg hiess, ist ein wunderbarer Ort mit Farbenprächtigen Häuser in Jugendstil und einem grossen Rathausplatz. Die Stadt ist 800 Jahre alt und hat 84000 Einwohner. Das Wappen von Jelenia Gora zeigt einen Roten Hirsch auf einem Hügel. Aus Jelenia Gora hat man einen wunderbaren Blick auf den Riesengebirgebogen. Nach dem Besuch kehrten wir zum Hotel zurück.
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| Jugendstiehlhäuser in Jelina Gora | Das Rathaus von Jelina Gora |
Tag 06 (SA 01.10.2011) von Jelenia Gora [Polen] nach Hof [Deutschland]
Es war nicht geplant von Jelenia Gora direkt nach Hause nach Wil zu fahren, obwohl dies möglich war, sondern noch in Deutschland zwischen übernachten wollten. Dazu mussten wir eine Stadt finden nahe der Autobahn in der wir noch nicht waren. Das ist schwierig. Denn in vielen Zentren hatten wir bereits besucht. Wir waren schon in Dresden, Chemnitz, Zwickau, Plauen, Erlangen und Nürnberg. Es gab aber zwei Städte die wir noch nicht besucht haben und das waren Hof und Bayreuth. Wir entschieden uns zunächst auf Hof zu fixieren. Zunächst galt es Jelenia Gora nach dem Frühstück zu verlassen. Wir fuhren über Land zur Deutsch/Polnischen Stadt Görlitz/Zgorzelec an der Neisse. Vor dem zweiten Weltkrieg war Görlitz eine Stadt, naher wurde diese in eine Deutsche und eine Polnische Stadt getrennt, weil die Oder/Neisse als Ostgrenze für Deutschland fixiert wurde. Heute spielt dies keine Rolle mehr, denn beide Staaten sind in der EU und im Schengenraum. Heute arbeiten diese beiden Städte wieder vieles zusammen. Ähnliche Situationen gibt es im Elsass wo Strassburg und Kehl seit den 1960er Jahren viele zusammenmachen. In Görlitz (Gerltsch) wird kräftig die Strassen renoviert. Weiter geht es über Land nach Bautzen entlang der Zittauer Berge. In Deutschland gibt es Gebiete die sind zweisprachig und haben zwei Amtssprachen. Das ist für die das Dreieck Bautzen-Görlitz-Cottbus der Fall. Hier wird nebst deutsch noch sorbisch (ein slawischer Dialekt) gesprochen. Darum sind auch viele Orte offiziell auf den Wegmarkierungen zweisprachig angeschrieben. So auch Bautzen/Budysin. Die Stadt Bautzen/Budysin hat 40‘000 Einwohner und wurde vor 1000 Jahren gegründet. In einer Tiefgarage verliessen wir das Opelchen und besuchten die wunderbare schöne Stadt mit seinem schönen Farbenprächtigen Häuser und den mächtigen Türmen. Hier nahmen wir unser Mittagessen ein. Ich bestellt einen „kleinen“ gemischten Salat und ein Jägerrindssteak. Die Wirtin kam heraus und sagte: „Hier bringe ich Ihnen den kleinen gemischten Salat.“. Die Menge des Salates war beachtlich, denn er wurde in einer kleinen Salatschale serviert. Bei uns entsprach dies einem grossen Salatteller. Während des Essens fragte ich mich wie gross wäre der grosse gemischte Salat gewesen. Vermutlich wäre dann eine grosse Salatschüssel gekommen. Beim Hauptgang musste ich dann kämpfen. Aber der 1 ½ stündige Rundgang durch die Stadt verdaute das Essen.
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Links: Bautzen und sein RathausOben: Einer von vielen Türmen |
Zweisprachiges Bautzen/Budysin![]() |
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Wir verliessen die sorbische Stadt Bautzen/Budysin mit dem Opelchen auf der Autobahn. Entlang der Sächsischen Landeshauptstadt Dresden vorbei, erreichten wir Chemnitz wo wir auf die Vogtlandautobahn abbogen. Der Ministerpräsident vom deutschen Bundesland Sachen, Stanislaw Tillich, ist sorbischer Nationalität. Wir erreichten die Hauptstadt des Bayrischen Vogtland Hofs gegen 14:30. Im Garni Hotel Maxplatz waren alle Doppelzimmer vermietet und wir mussten zwei Einzelzimmer nehmen. Der Preis war 120.—EUR. Nach dem wir die Koffer auf Zimmer gebracht haben, machten wir einen Stadtrundgang in Hof. Das Hotel lag im Zentrum von Hof neben den Rathaus. Das Rathaus ist ein historisches Gebäude. Es gab viele Läden und Butiken in Hof und einige Cafeterias, aber kaum Restaurants. Doch wir fanden noch ein Restaurant nahe unserem Hotels wo wir das Abendessen einnahmen. Um 20:00 erreichten wir unsere Zimmer und schauten in meinem Zimmer noch ein wenig Fernsehen. Es kam nur Verstehen Sie Spass. Um 21:00 waren wir müde und gingen zu Bett.
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Oben: Die Hofer EinkaufsstrasseLink: Das Hofer Rathaus |
Tag 07 (SO 02.10.2011) Von Hof [Deutschland] nach Wil [Schweiz]
Auch der nächste Tag war schönes Wetter. Sollten wir noch ein paar Umwege nach Wil machen, denn wenn man Hof um 08:00 verlässt ist, ist man um 14:00 bereits in Wil. Nach dem Frühstück luden wir das Gebäck ins Auto. Um 08:00 fuhren wir los und erreichten wir die Autobahn nach Nürnberg die von Berlin herkommt. Vor Bayreuth überlegt ich ob ich via Bamberg – Schweinfurt – Würzburg – Stuttgart fahren sollte oder den direkten Weg via Nürnberg – Feuchtwangen – Ulm. Wir nahmen dann die direkte Variante. Vor Ulm machten wir um 11:00 Uhr eine Pause von 30 Minuten. In zwei Stünden sind wir ja schon zu Hause dachte ich, doch es kommt anderes als man denkt. Bis jetzt war wenig Verkehr auf den Strassen, doch kaum sind wir an Ulm vorbei, kamen wir in einen fürchterlichen Stau. Ich machte den Fehler in Ulm nicht die Ostschwäbische Schnellstrasse (Ulm – Ravensburg – Friedrichshafen) zu nehmen. Am Radio kam dann die Meldung Ulm – Memmingen Stockend 40km Stau, aber auch Engen – Singen (Stuttgarter Variante) 10km Stau. Normalerweise hat man für die Strecke 30 Minuten doch aus diesen 30 Minuten wurden 2 Stunden. Wir erreichten Memmingen erst um 13:30 anstatt 12:00. Danach hatten wir eine kurze Verschnaufpause, den am Radio wurde bereits der nächste Stau angekündigt „Leutkirch 10km Stau“. Wir erreichten Lindau erst um 14:30. Der Pfänder hatte zu unser Überraschung nur wenig Stau und überquerten vorher noch die Grenze nach Österreich. Wir bogen in Dornbirn, Richtung Lustenau ab. In 40 Minuten waren wir zu hause. Doch auch hier gab es mächtig Stau. In Lustenau ging gar nichts mehr. Es war 15:00 als wir Lustenau erreichten und 16:00 als wir Lustenau in Richtung Au verliessen. Die Zöllner wurden von Ansturm überrannt. In Au erreichte ich die Autobahn und wir waren um 16:30 zuhause in Wil. Der Bodensee empfing uns mit Nebel.



























