Ostern 2009 – Harz
Hinreise am Ostersamstag 11.04.2009
Aufgrund des Schönen Wetter beschlossen Mami und ich das wir eine Osterreise nach Deutschland machen. Zunächst überlegten wir uns ob wir in den Bayrischen Alpen oder in den Thüringer Wald fahren sollen. Da aber die Bayrischen Alpen auch durch Tagesausflüge erreichbar sind entschieden wir uns für den Thüringer Wald.
Die Reise begann um 08:30 in Wil mit einem kurzem Tankstop an der Thurau und führte uns via Au/Lustenau – Bregenz/Lindau – Memmingen – Ulm – Würzburg nach Werneck. Der Zoll Au/Lustenau war verlassen. In Werneck verliessen wir die Transdeutschlandautobahn [A7] in Richtung Schweinsfurt. Ab Schweinsfurt begann die neue Autobahn durch den Thüringer Wald. Die Fahrt durch den Thüringer Wald war wunderschön. Thüringen war das einzige Bundesland das wir bisher nicht betreten hatten. Nun war es soweit, das letzte Bundesland ist gefallen. Der Thüringer Wald ist wildromantisch. In Suhl wollten wir übernachten, doch hatte es dort auch viele moderne Bauten, deshalb fuhren wir weiter nach Erfurt. Erfurt war uns jedoch etwas zu gross und das Umland von Erfurt war in einer eher langweiligen weitgezogenen Ebene. Es hatte keine Auffallenden Bauten dort. Der Verkehr am ganzen Tag war sehr gering. Manchmal und das ist für Deutschland untypisch war man minutenlang alleine.
Mitte Nachmittag erreichten wir den Südharz und die Stadt Nordhausen. Nordhausen (Thüringen) war am Südhang des Harzes. Die Landschaft wurde wieder attraktiver. Ab hier begannen wir wieder nach der Suche nach einem Hotel. Nördlich von Nordhausen war das Nazi-Konzentrationslager Dora.
In Braunlage (Niedersachsen), ein schöner Ort mitten im Harz, war alles mit Touristen und Mopedfahrer gefüllt. Wir fanden ein Hotel in der nähe des Skizentrums. Das Hotelzimmer war jedoch in einem Nebengebäude etwa 10 Minuten vom Hotel entfernt. Ich bezahlte (80 EUR/Nacht) im Voraus das Hotelzimmer. Als wir im Nebengebäude waren, sahen wir das es sehr abgelegen war und das im Haus 6 grosse Hunde wohnten. Dies war ausschlaggebend das wir die Buchung wieder rückgängig gemacht hatten und das Geld wieder zurückbekamen. In einem zweiten Hotel kostete das Zimmer schon 190 EUR/Nacht das war uns dann doch ein wenig teuer. Wir verliessen Braunlage und erreichen den berühmten Kurort Bad Harzburg und bezogen das Zimmer im Hotel Germania für 2 Nächte für 110 EUR/Nacht. Bad Harzburg ist ein wunderschöner Ort. Nach dem Abendessen besuchten wir Bad Harzburg und gingen ins Bett.
Tagesausflug am Ostersonntag

Nach dem Frühstück fuhren wir um 08:00 los und planten den Harz zu Umrunden. Bereits östlich von Bad Harzburg hatte man einen wunderbaren Blick auf dem Berg Broken und den Nordhang des Harzgebirges. In Werningerode (Sachsen Anhalt) machten wir einen ersten Halt und schlenderten 2 Stunden durch die schöne Altstadt. Die Stadt hatte sehr viele Fachwerkhäuser. Wir hatten noch nie in einer Stadt so viele Fachwerkhäuser gesehen. Ich schätze mal, dass die Stadt die dreifache Anzahl von Fachwerkhäusern hat wie Colmar und Strassbourg im Elsass. Wie in vielen Deutschen Städte gibt es ein beeindruckendes Rathaus. Ich musste an die Holzfigur Pinnoccio denken. Der wohnte auch in einer Stadt mit voller Fachwerkhäusern. Werningerode grenzt im Süden direkt an den Harz. Auf dem Harzkamm ist eine Burg.

Der nächste Ort war Blankenburg (Sachen Anhalt). Das Ortsbild von Blankenburg war im Gegensatz zu Werningerode gesäumt von zerfallenen Häusern. Einige Häuser wurden abgerissen. Viele Fachwerkbalken waren angefressen oder sonst beschädigt. In sicher 70% aller Läden stand zu verkaufen. Das Rathaus, die Kirche und das über Blankenburg trohnenden Schloss sind die einzigen Schönigkeiten in der Stadt. Eventuell sieht die Stadt in einigen Jahren besser aus.

In der Stadt Quedlingburg gab es wieder viele Fachwerkhäusern und das Stadtbild war malerisch. Hier nahmen wir das Mittagessen ein. Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe. Es hat sehr viele Besucher in der Stadt.
Das Klima war heiss und wir erreichten die grosse Saale Ebene und die Umgebung von Halle, die Schwesterstadt von Leipzig. Schwesterstädte sind zwei gleichgrosse Städte die sich manchmal mit einer gewissen Distanz gegenüber stehen (Beispiel Strassbourg/Kehl, Manchester/Liverpool, Edinburg/Glasgow). In Wettlin mussten wir den Fluss Saale mit einer Autofähre überqueren. Im Horizont der Ostausläufer des Harzgebirges. Südlich von Halle erreichten wir neue Autobahn Göttingen – Halle. Wir sahen nun den Südhang des Harzgebirges und umfahren erneut Nordhausen (Thüringen). In Nordhausen schwenkten wir richtig Nordwest Richtung Osterode am Harz. Es war nun der bereits bekannte Südwest bzw. Westhang des Harzes. In Seesen erreichten wir die Autobahn A7 und fuhren bereits nach drei Kilometer wieder aus dieser heraus. Vorbei an Goslar erreichten wir unser Hotel in Bad Harzburg um 18:30. Die 400km Fahrt rund um den Harz war eindrücklich und hatte den Effekt das wir ein grossen Weissenfleck aus der Deutschlandkarte nun als entdeckt markieren konnte. Das Harzgebirge ist ein für Mitteleuropäische Verhältnisse ein riesiges Gebiet. Etwa ein Drittel so gross wie die Schweiz.
Rückreise am Ostermontag
Am Ostermontag verliessen wir unser Hotel in Bad Harzburg nach dem Frühstück um 08:00. Bei Seesen erreichten wir die Autobahn A7 die uns entlang von Göttingen, Kassel, Fulda via Würzburg in die Schweiz zurückbringt. Die Autobahn A7 ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Deutschlands. Sie verbindet Flensburg im Norden mit Füssen im Süden. Die Autobahn ist in keinem gutem Zustand. Deshalb hatte es zwischen Göttingen und Würzburg praktisch nur Bausstellen. Viele Brücken sind beschädigt und werden repariert. Das Verkehrsaufkommen war gross und nicht mehr so gemütlich wie am Hinweg. Vor Würzburg wurde der Verkehr immer dichter. Ich ahnte dass der neuralgische Verkehrshauptknoten Würzburg überlastet wenn nicht gar vollkommen dicht ist. Deshalb bog ich vor Würzburg ab und fuhr durch Würzburg quer Richtung Südwest. Südlich von Würzburg fuhr ich weiter auf der Hauptstrasse, obwohl im Autobahnzubringer nichts auf etwas hindeutete. Als ich die Autobahn Südlich von Würzburg aus einer Brücke sah, sah ich was passiert ist. Das Autobahnetz und die Knoten von Würzburg waren total zusammengefallen. Im Radio kam später die Meldung von 20km Stau. Ich war heilfroh dass wir nicht auf die Autobahn abgebogen waren.
Südlich von Würzburg war eine Einsame Gegend. Das ist für Deutschland sehr typisch. Deutschland hat wie Grossbritannien eine strikte Land / Ballungszentrumtrennung. Während man in Frankreich oder in der Schweiz merkt das nun ein Zentrum in der nähe ist, merkt man das in beiden Ländern nicht. Millionenstädte wie München, Berlin und London haben ausserhalb der Ballungsraumgrenzen nur noch kleine Weiler. Am extremsten ist es in Berlin. Berlin ist wohl die Einsamste Hauptstadt Europas, denn Berlin wird durch ein 50 kilometerbreites sehr dichtes Waldgebiet umrundet. Auch aus dem Londoner Autobahnring sieht kaum grössere Orte. Der Süden von Würzburg war Agrarland und hatte kleine Weiler von etwa höchstens 30 Häusern. So ging es 30 Kilometer. In Lauda erreichten wir die Autobahn A81 nach Stuttgart.
Sollte auch auch das Autobahnnetz in Stuttgart überlastet sein? Deshalb verliess ich Autobahn bei Leonberg erneut und fuhr via Mangold nach Böblingen und weiter auf die Autobahn A81 nach Singen. Der Zoll Gottmadingen/Thayngen war überlastet obwohl es keine Kontrolle gab. Das Verkehrsvolumen blieb bis Wil ungemindert und wir erreichten Wil um zirka 18:00. Nach über 1800km endete unser Ausflug.